00:28 15 Dezember 2018
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    Politologe: Warum Assad in Syrien Präsident bleiben muss

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    Syriens Präsident Baschar al-Assad ist dazu gezwungen, an der Macht zu bleiben, um die Kräftebilanz im Land zu erhalten und Gefährdungen religiöser und ethnischer Minderheiten zu verhindern, wie Kani Gulam, Direktor des amerikanisch-kurdischen Informationsnetzwerkes (AKIN), gegenüber Sputniknews sagte.

    „Jetzt hat Assad keine andere Wahl, als an der Macht zu bleiben. Nur das Kräftegleichgewicht kann ihn retten. Deswegen will er, dass die Russen im Land bleiben für den Fall, dass er sie brauchen wird“, so Gulam. 

    Zuvor hatte sich Assad in einem Interview mit Sputniknews bereit erklärt, auch eine Übergangsregierung in Syrien zu leiten, wenn diese an einer neuen Verfassung und der Durchführung von Wahlen arbeiten wird. 

    Laut Assad braucht Syrien die russische Militärpräsenz, auch dann, wenn sich die Situation normalisiert. 

    In Syrien dauert seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt an, der laut Uno-Angaben bereits mehr als 220.000 Todesopfer gefordert hat. Mehr als vier Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

    Den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad stehen islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören. Die mächtigsten davon sind die Terrororganisation Daesh („Islamischer Staat“) und die al-Nusra-Front.

    Innerhalb von drei Jahren brachten die Terroristen weite Teile Syriens und des Irak unter ihre Kontrolle. Sie versuchen außerdem, ihren Einfluss auch auf nordafrikanische Staaten, darunter Libyen, auszudehnen. Unterschiedlichen Angaben zufolge hat die Terrormiliz eine Fläche von bis zu 90.000 Quadratkilometern erobert. 

    Seit dem 30. September 2015 fliegt Russland auf Bitte von Präsident Assad Luftangriffe gegen die Stellungen des Daesh und der al-Nusra-Front. Der Abzug des Großteils der russischen Streitkräfte aus Syrien wurde am 15. März verfügt.

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    Tags:
    Kräftebilanz, Truppenabzug, Al-Nusra-Front, Terrormiliz Daesh, Uno, amerikanisch-kurdisches Informationsnetzwerk (AKIN), Baschar al-Assad, Kani Gulam, Libyen, Irak, Russland, Syrien