17:12 20 Juni 2019
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    Migranten im türkische Hafen Dikili

    EU-Abkommen mit Türkei in Kraft: Erste Migranten aus Griechenland gekommen

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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Die ersten 131 Migranten sind im Rahmen des EU-Türkei-Abkommens aus Griechenland in den türkischen Hafen Dikili, Provinz Izmir, gekommen. Wie der Fernsehsender NTV mitteilte, beginnen die türkischen Behörden mit der Registrierung der Eingetroffenen, die zumeist aus Pakistan stammen.

    Die Migranten, die die Hafenstadt Midilli auf der griechischen Insel Lesbos verlassen hatten, wurden mit zwei Schnellbooten befördert und auf der Reise von Mitarbeitern der EU-Grenzbehörde Frontex begleitet.

    Der Hafenbereich, wo die Schnellboote mit Migranten festgemacht haben, ist abgesperrt. An den metallenen Sperranlagen sind Spezialkräfte der Polizei sowie Wasserwerfer zu sehen. Am selben Ort erfolgt die  Registrierung der Eingetroffenen durch Mitarbeiter des staatlichen Migrationsamtes der Türkei. Die Migranten müssen medizinisch untersucht werden und ihre Fingerabdrücke abgeben. Für einen jeden wird ein Dossier erstellt. 

    Die illegalen Migranten sollen in drei Bussen vom Registrationsort weggebracht werden.

     

     

     

     

     

    Am Montag, dem 4. April, ist die Vereinbarung über die Rückübernahme der Flüchtlinge, die über die Türkei nach Europa gereist waren, in Kraft getreten.  Die Türkei ist demnach verpflichtet, die illegal eingetroffenen Nicht-Syrer in ihre Herkunftsländer zurückzuschicken und die illegal eingereisten Syrer gegen legale, in der Republik lebende Syrer nach der Formel „Eins-gegen-Eins“ zu tauschen.

    Wie der türkische Minister für EU-Angelegenheiten, Volkan Bozkir, dem Fernsehsender Haberturk sagte, sollen die ankommenden Migranten in zeitweiligen Unterkunftsstätten in mehreren Provinzen des Landes untergebracht werden. „Wir werden uns dann mit den Ländern in Verbindung setzen, mit denen wir Abkommen über die Rückübernahme von Migranten haben, und die Migranten systematisch in ihre Heimat zurückschicken“, so Bozkir.

    Dabei besteht die erste Migrantengruppe vorwiegend aus Bürgern Pakistans, mit dem die Türkei kein Rückübernahme-Abkommen hat. Laut dem Minister wird dieser Umstand keine Probleme bereiten. „Die Frage der Rückführung wird im Rahmen von bilateralen Kontakten geregelt“, so Bozkir.

     

     

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    Migranten, EU-Kommission, Volkan Bozkir, Dikili, Türkei