01:23 16 Dezember 2019
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    Der US-Präsident Barack Obama und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivbild)

    Überlebenskampf des Recep Erdogan: Treffen mit Obama als Rettung - Medien

    © AP Photo / Charles Dharapak
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    Der türkische Präsident Recep Erdogan verliert den Boden unter den Füßen. Jetzt ist es für ihn überlebenswichtig, sich von der Unterstützung des Weißen Hauses zu überzeugen, wie das US- Portal „Al-Monitor“ schreibt.

    Noch vor mehreren Jahren sei Erdogan unter den ausländischen Staats- und Regierungschefs eine angesehene Persönlichkeit gewesen. Der zunehmende Autoritarismus der Türkei und das inkonsequente Verhalten Ankaras hätten ihn jedoch zu einem oftmals ungebetenen Gast gemacht. Erdogan wolle diese traurige Tatsache nicht anerkennen und wolle mit seinem Treffen mit Barack Obama nun zeigen, dass er immer noch etwas wert sei, meint der Beitragsautor.

    Ihm zufolge sei die Stimmung um Erdogans Washington-Besuch von Anfang an angespannt gewesen und habe sich noch mehr zugespitzt, nachdem sich die Bitte um ein Gespräch unter vier Augen zwischen den zwei Staatschefs für Ankara in eine Frage des Nationalstolzes verwandelt habe. „Hätte Ankara nicht sein Bestreben nach einem persönlichen Treffen mit Obama bekundet, hätte Erdogans Ansehen nicht einen solchen Schaden genommen“, so das Portal.

    Obama, der seine Entscheidung hinsichtlich eines solchen Treffens absichtlich hinausgezögert haben soll, habe der türkischen politischen Opposition die Möglichkeit geboten, Erdogan zu verspotten. Doch der Washington-Besuch, um den sich diese ungesunde Atmosphäre entwickelt hat, habe ohnehin nicht ohne Zwischenfälle ablaufen können. Erdogan habe letztendlich sich selbst und sein Land zur Zielscheibe für Spott gemacht. Während Erdogan den Amerikanern versichert habe, die Türkei garantiere ihren Bürgern Redefreiheit, hätten seine Bodyguards die Protestkundgebung gegen Erdogan zu übertönen, heißt es in dem Artikel.

    Laut der Ausgabe hat Erdogan bei seinem Besuch endlich ein langersehntes Foto von seinem Treffen mit Obama bekommen. Die Erörterung der für die Türkei wichtigen Themen seien indessen ergebnislos geblieben. Die USA blieben bei ihrer Position hinsichtlich der Kurden, lehnten die Auslieferung des oppositionellen islamischen Predigers Fethullah Gülen abund wollten auch nicht daran glauben, dass die Türkei ein freies demokratisches Land sei.

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Barack Obama, Türkei, USA