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    Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow

    Türkei-Abkommen: Russland wirft der EU Verletzung der Menschenrechte vor

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    Der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow hat die Europäische Union aufgefordert, dass alle im Zuge des Flüchtlingsabkommens getroffenen Maßnahmen „in völligem Einklang mit dem internationalen Recht stehen“.

    In einem Interview für „Die Welt“ sagte der Diplomat, es sei unentschuldbar, wenn von „bewährten Normen zur Aufnahme und zum Schutz von Migranten und Asylsuchenden“ abgewichen würde.

    Tschischow betonte, Russland habe fast zwei Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen, ohne dass es Kritik von den Vereinten Nationen und dem Europarat gegeben habe.

    Am heutigen Montag hat die Rückführung von illegal nach Griechenland gelangten Flüchtlingen in die Türkei begonnen. Der UN-Menschenrechtskommissar Prinz Said Raad al-Hussein hatte das Abkommen deutlich kritisiert und vor „illegalen, willkürlichen Ausweisungen“ gewarnt.

    Laut Tschischow stehen die westlichen Staaten vor der großen Aufgabe, ihre eigenen politischen Fehler zu korrigieren. Der Botschafter unterstrich, dass „die einzige gangbare Lösung für die Flüchtlingskrise die Stabilisierung Syriens, Libyens, des Irak und Afghanistans ist“.

    Alle Versuche, Flüchtlinge als politische Verhandlungsmittel zu benutzen, um den eigenen Ansatz zur Lösung der Syrien-Krise anderen aufzuzwingen und irgendwelche Zugeständnisse in den bilateralen Beziehungen zu erpressen, seien vollkommen unzulässig, erklärte der Botschafter.

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    Tags:
    Interview, EU, Wladimir Tschischow, Türkei