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19:32 17 Oktober 2019
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    Alparslan Celik

    Warum die Türkei den Mörder des Su-24-Piloten nicht an Russland ausliefern wird

    © Foto: Youtube/Sinan Syr
    Politik
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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Eine Auslieferung des Türken Alparslan Çelik, der die Verantwortung für den Mord an dem russischen Piloten Oleg Peschkow übernommen hatte, ist äußerst unwahrscheinlich, wie eine Quelle aus türkischen Gerichtskreisen gegenüber Sputnik erklärte.

    „Sollte Russland Çeliks Auslieferung verlangen, so wird die Türkei das allem Anschein nach ablehnen. Außerdem war Russland im vergangenen Dezember aus dem Rechtshilfevertrag mit der Türkei in zivilrechtlichen, Handels- und strafrechtlichen Angelegenheiten ausgetreten. Aber auch der sah keinen Austausch eigener Bürger durch Russland und die Türkei vor“, so der Gesprächspartner.

    Gegen Çelik sei bisher keiner Anklage erhoben worden, die mit dem Tod des russischen Piloten verbunden seien. Das Gericht der Stadt Izmir im Westen der Türkei hatte Çelik wegen illegalen Waffenbesitzes und Tragen einer Waffe festgenommen. Der Kämpfer wurde zusammen mit seinen Freunden am 31. März in einem Restaurant verhaftet. Dabei wurden ein Kalaschnikow-Schnellfeuergewehr, Pistolen und Munition sichergestellt. Wie Çeliks Anwalt Naji Tataç indessen erklärte, sei nicht sein Mandant, sondern der Patriotismus festgesetzt worden.

    „Er wurde aufgrund eines Gerichtsbeschlusses verhaftet. Doch es wurde nicht mein Mandant, sondern der Patriotismus verhaftet, und das ist sehr traurig. Wir alle wissen, dass er die Ehre des türkischen Volkes vertreten hatte. Mein Mandant wurde wegen Aufbewahrung und Tragen einer Schuss- und Blankwaffe festgenommen. Er selbst behauptet, diese Anschuldigungen hätten nichts mit ihm zu tun“, so der Anwalt gegenüber der Zeitung „Milliyet“. 

    Laut türkischen Medien soll Çelik vor Gericht ausgesagt haben, er habe die Kämpfer gebeten, nicht auf den am Fallschirm herabgleitenden Piloten zu schießen.

    In Moskau geht man bisher nicht auf die Frage ein, ob Russland die Türkei um die Auslieferung des verhafteten Çelik ersuchen werde, der sich noch vor seiner Festnahme zu dem Mord an dem russischen Piloten bekannt hatte. 

    „Ich kann vorerst nicht sagen, ob wir vom Standpunkt der Rechtsgrundlage unserer Beziehungen zur Türkei über ein solches Recht verfügen oder nicht“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag vor Journalisten.

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara stecken seit dem 24. November 2015 in der Krise, nachdem ein türkischer Kampfjet F-16 in Syrien einen russischen Su-24-Bomber abgeschossen hatte. Wladimir Putin nannte dies einen „Stoß in den Rücken seitens der Helfershelfer der Terroristen“ und verfügte Maßnahmen zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit sowie spezielle Wirtschaftsmaßnahmen gegen die Türkei.

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    Su-24, Alparslan Çelik, Türkei, Russland