00:30 15 Dezember 2019
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    Russlands Präsident Wladimir Putin

    Kreml-Sprecher: Entschuldigungen von US-Beamten an Putin nicht wegen Panama Papers

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    Die vom Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, entgegengenommenen Entschuldigungen von ranghohen Staatsbeamten aus den USA sind nicht mit der Publikation der Panama Papers verbunden, wie der Sprecher des Staatschefs, Dmitri Peskow, am Freitag auf eine Frage von Journalisten antwortete.

    „Das war früher, vor den Panama Papers“, sagte er, wobei er nicht darauf einging, wer sich da entschuldigt hatte.

    „Da der Präsident selbst niemanden beim Namen genannt hat, sehe ich mich nicht berechtigt, das zu tun“, merkte er an. Der Kreml-Sprecher verweigerte auch jegliche Erläuterungen, für welche Episode man sich entschuldigt hatte.

    Am Donnerstag war Putin beim Media-Forum der Allrussischen Volksfront in Sankt Petersburg auf den Offshore-Skandal eingegangen und erwähnte auch die von der amerikanischen Seite an ihn gerichteten Entschuldigungen.

    „Die Tatsache, dass dahinter Amtspersonen und offizielle Organe der Vereinigten Staaten stehen, das hat uns jetzt WikiLeaks gezeigt. Die Tatsache, dass sie sich erlauben, sich  in der Öffentlichkeit manchmal flegelhaft zu äußern, dafür haben sich mehrere ranghohe Beamte der Administration bei uns direkt entschuldigt“, sagte der Präsident. Er nannte keine Namen, aber es geht offenbar um Mitarbeiter des Weißen Hauses.

    „Manche  Beamte der Administration haben sich dafür bei uns entschuldigt, aber nicht deshalb, weil sie sich schämen, sondern weil sie klüger sind als jene, die das getan haben“, sagte Putin. „Wenn Amtspersonen des Außenministeriums oder der Administration der USA irgendwelche flegelhafte Dinge sagen“, so bedeutet das dem russischen Staatschef zufolge, „dass sie sich als interessierte Personen offenbaren“, was aus der Sicht des Endergebnisses für die USA schlecht sei. „Doch für uns ist das gut, denn uns ist klar, wer der Auftraggeber ist“, schloss der Präsident.

    Das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) hatte am 3. April Auszüge aus 11,5 Millionen Dokumenten mit Daten über Offshore-Konten mehrerer agierender und ehemaliger Spitzenpolitiker veröffentlicht. Diese Berichte, die den Namen „Panama Papers“ erhielten, beruhen auf einem Datenleck in der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca mit Sitz in Panama-Stadt, die juristische Unterstützung bei der Registrierung von Briefkastenfirmen erweist. Wie der ICIJ-Direktor Gerard Ryle  sagte, hat die Kanzlei nicht die vollständige Datenbank offengelegt und beabsichtige auch nicht, dies zu tun.

    In dieser internationalen Recherche figurieren 12 Familien russischer Staatsbeamter und 12 Familien von Spitzenpolitikern der Welt – sie alle werden als Inhaber von Briefkastenfirmen in Panama genannt. Ein Teil der Materialien ist „engen Vertrauten“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin gewidmet.

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