20:16 19 Oktober 2018
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    Ein Satellit in der Umlaufbahn

    Medwedew: Alle Truppenbewegungen in Berg-Karabach werden von Satelliten erfasst

    © Foto: Roscosmos/Fedor Yurchikhin
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    Alle Truppenbewegungen in der Südkaukasusregion Berg-Karabach werden von Satelliten und mit anderen Kontrollmitteln erfasst. „Deshalb kann überhaupt nichts verheimlicht werden“, erklärte Russlands Regierungschef am Samstag in einem Interview des russischen Fernsehens nach seinem Besuch in Armenien und Aserbaidschan.

    „In der Vergangenheit wurde die Wahrheit über diese oder jene Ereignisse früher oder später bekannt… Es ist unmöglich, etwas zu verbergen“, sagte Medwedew auf die Frage, ob russische Satelliten Truppenbewegungen in der Konfliktregion registriert hatten.

    Das Hauptziel seiner Visiten in Eriwan und Baku habe darin bestanden, die Konfliktseiten zur Besonnenheit zu überreden und eine Feuereinstellung zu erzwingen. „Waffen, die Armenien und Aserbaidschan (in Russland) erwerben, dürfen die Gewalt nicht weiter schüren, sondern vielmehr zu einem Abschreckungsfaktor werden. Das sollten die Konfliktseiten mit berücksichtigen.“ 

    Medwedew zufolge wird Russland die militärtechnische Kooperation mit Armenien und Aserbaidschan fortsetzen. „Ein Engagement von Waffenlieferanten aus anderen Ländern würde die Situation noch weiter erschweren“, sagte der russische Regierungschef.

    Seit dem Aufflammen des Streits um Berg-Karabach am vergangenen Samstag kamen auf beiden Seiten nach UN-Angaben 33 Menschen ums Leben, rund 200 wurden verletzt. Am 5. April wurde eine Feuerpause ausgehandelt, die weitgehend eingehalten wird.

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Berg-Karabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Berg-Karabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Berg-Karabach aus, zu der das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Zerstörtes Haus in einem Dorf des Kreises Martakert in der Konfliktregion Berg-Karabach
    © Sputnik / PAN Photo/Vagan Stepanyan

    Darauf kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Berg-Karabach sowie vollständig bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Berg-Karabach
    © Sputnik / Ilya Pitalev
    Berg-Karabach

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Kovorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. In dem Konflikt kamen geschätzt rund 30 000 Menschen ums Leben.

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    Tags:
    Truppenbewegungen, Satellitenaufklärung, Dmitri Medwedew, Berg-Karabach, Aserbaidschan, Armenien, Russland