14:53 17 Juni 2019
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    Petra Federau

    Escort-Affäre bei der AfD-Schwerin - Federau: „Eine infame Lüge der Presse!“

    © Foto: Facebook/Petra Federau
    Politik
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    Der AfD-Kreisvorstand in Schwerin hat am Sonntag seine Mitglieder zu einem Sonderparteitag eingeladen, um Petra Federau als Vorstandsmitglied abzuwählen. Hintergrund waren Vorwürfe, Federau habe als Chefin eines Escort-Services junge Frauen in arabische Länder vermittelt. Doch die Abwahl scheiterte

    Neben 42 Kreismitgliedern aus Schwerin waren auch zahlreiche AfDler aus anderen Kreisverbänden gekommen sowie Mitglieder des Landesvorstands. Federau, die angeblich einen Escort-Service geleitet hatte, der junge Frauen in den arabischen Raum vermittelt haben soll und die sich durch ihr Schweigen zu diesen Vorwürfen den Ärger ihrer AfD-Mitstreiter zugezogen hatte, erschien in Begleitung ihrer Tochter.

    Die junge Frau ist nicht Mitglied der AfD, ergriff aber trotzdem das Wort für ihre Mutter: „Sie erklärte, dass alle Vorwürfe eine infame Lüge der Presse seien und das alles gelogen sei“, sagte Jesus der Fernandes, der Kreisvorstand der AfD in Schwerin, gegenüber Sputnik. Die emotionalen Worte der Tochter verfehlten ihre Wirkung im Saal nicht. Laut Fernandes ging die Debatte heiß her und am Ende wurde Petra Federau nicht abgewählt. Sie bleibt im Kreisvorstand und wird mit denjenigen, die sie stürzen wollten, weiter zusammenarbeiten.

    Dass diese Zusammenarbeit ziemlich frostig aussehen wird, deutete sich am Ende der Veranstaltung an. Federau und die anderen Vorstandsmitglieder gaben sich nicht die Hand. Auch wartete Jesus de Fernandes vergeblich auf eine Entschuldigung.

    Ein voller Triumph war der Sonntag für Federau aber dennoch nicht: Der Kreisvorstand enthob sie ihres Amtes als Leiterin der AfD-Geschäftsstelle in Schwerin. Bis Donnerstag muss Federau die Räume übergeben.

    Gegenüber Sputnik wollte Federau sich nicht äußern. Das tat sie aber auf ihrer Facebookseite: Sie postete ein Foto von sich mit gesenktem Blick und dem Spruch dazu: „Die Würde des Menschen ist doch antastbar.“ Im dazugehörigen Text stellt  sie klar, dass ihr Privatleben — lange vor der AfD — nichts, aber auch rein gar nichts, mit ihrer politischen Arbeit zu tun habe.

    Diese Diffamierungs- und Zermürbungskampagne in bester Stasi-Manier verfolgten einzig das Ziel, sie unglaubwürdig und minderwertig erscheinen zu lassen. Sie bleibe aber trotzdem standhaft und zeige damit, dass die AfD nicht erpressbar bzw. korrumpierbar sei und ihren Weg unbeirrt vorwärts gehen werde.

    Ob Federau eine Zukunft in der AfD hat, soll sich auf einem Landessonderparteitag zeigen: Dort geht es um ihre Abwahl von ihrem Listenplatz für Landtagswahl am 4. September.

    Das ganze Interview mit Thomas Jesus de Fernandes finden Sie hier:

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    Tags:
    Escort-Service, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Thomas Jesus de Fernandes, Petra Federau, Schwerin