17:04 27 Oktober 2020
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    Lage in Afghanistan (867)
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    Der Dialog zwischen den USA und Russland in Bezug auf Afghanistan ist vorläufig auf Eis gelegt, wie Samir Kabulow, Afghanistan-Beauftragter des Kreml und Ressortleiter Asien im russischen Außenministerium, am Dienstag sagte.

    „Sowohl Nato als die USA können bestätigen, dass es keine Zusammenarbeit gibt. Wir führen nur Gespräche, darunter auch über diplomatische und militärische Kanäle, aber wir wirken nicht zusammen. In Syrien, zum Beispiel, setzen sich die USA mit uns in Verbindung und kooperieren sogar, wenn sie das sehr brauchen“, sagte Kabulow. 

    In Bezug auf Afghanistan gelingt ihm zufolge vorläufig keinerlei Zusammenarbeit. „Wir werden niemanden überreden, (einen Dialog zu führen — Anm. d. R.)“, so der Diplomat. 

    Wie Kabulow weiter ausführte, erwartet Moskau von seinen Partnern bei der bevorstehenden Sitzung des Russland-Nato-Rates ehrliche Antworten bezüglich deren Präsenz in Afghanistan.

    „Was die morgige Sitzung des Russland-Nato-Rates angeht, wird unser Vertreter bei der Allianz, Alexander Gruschko, die russische Position (zu Afghanistan – Anm. d. R.) darstellen. Wir wollen auch die Äußerungen von Nato-Vertretern zu diesem Thema hören. Obwohl wir schon im Voraus wissen, was diese sagen werden“, so Kabulow.

    „Wir möchten unsere Partner hören, weil nicht wir dort Truppen unterhalten. Und es wäre für uns interessant, ehrliche Antworten unserer Kollegen von der Nato zu vernehmen, besonders derjenigen, die dort nicht nur Truppen stationieren, sondern dem afghanischen Volk auch Versprechungen machen“, sagte der Diplomat. 

    Kabulow zufolge hat Moskau Kabul mit 10.000 Kalaschnikow-Maschinenpistolen und 63 Hubschraubern vom Typ Mi-17 versorgt: „Laut dem im Jahr 2015 geschlossenen Vertrag haben wir 63 Mi-17-Hubschrauber nach Afghanistan geliefert. Vorher haben wir 10.000 Kalaschnikow-Maschinenpistolen und 2,1 Millionen Patronen unentgeltlich übergeben.“

    Kabulow äußerte sich auch zu einer möglichen Mitgliedschaft Afghanistans in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). „In absehbarer Zeit wird es aus gewissen Gründen kaum Chancen (für den Beitritt Afghanistans zur SOZ- Anm. d. R.) geben. Vorläufig gehört dies nicht zu den Prioritäten der Organisation“, betonte Kabulow. 

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    Tags:
    Kalaschnikow-Maschinenpistole, Hubschrauber Mi-17, SOZ, NATO, Samir Kabulow, USA, Russland, Afghanistan