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16:28 22 Oktober 2019
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    US-Gewalt zur Lösung internationaler Probleme erweist sich immer mehr als Flopp

    © Flickr/ Gage Skidmore
    Politik
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    Das Weiße Haus plant erneut den Einsatz von Spezialkräften (250 Mann) in Syrien, um die Rebellen im Kampf gegen Damaskus und gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ zu unterstützen, schreibt „The National Interest“.

    Dabei „gibt es im Repräsentantenhaus und im Senat niemanden, der den Staatschef fragen würde, zu welchem Zweck er die Truppen entsendet, wie viel das die US-Steuerzahler kosten soll und wie lange der Einsatz dauern wird“. Auch seien keine öffentlichen Proteste in den USA zu hören, heißt es in einem Artikel von Daniel L. Davis.

    Dem Autor zufolge geht es dabei um eine weitere Operation in einer unendlichen Kette von Militäreinsätzen der USA in Konflikten weltweit.

    Davis unterstreicht, der Einsatz von Streitkräften für die Lösung internationaler Probleme sei eine der wenigen Fragen, bei denen es im Kapitol einen festen Parteien-Konsens gibt. Auch in den beiden früheren Administrationen habe es offensichtlich keine Berater gegeben, die gegen die regelmäßige Anwendung von Militärgewalt auftraten.

    „(…) Selbst unter den Medienvertretern, die sich in anderen Angelegenheiten als ‚Liberale‘ und ‚Konservative‘ verhalten, gibt es sehr wenige, die die Handlungen der Administration und des Verteidigungsministeriums im Bereich der nationalen Sicherheit kritisch betrachten würden.“ Auch wenn die Handlungen der Streitkräfte bereits zum Scheitern geführt hätten, würden die Medien keine Erläuterungen von ranghohen Amtspersonen fordern, heißt es.

    Der Autor verweist auf unzureichende kritische Einschätzungen von Seiten der Öffentlichkeit, weshalb dem US-Präsidenten und anderen ranghohen Amtspersonen freie Hand bei der Gewaltanwendung gelassen werde. Infolgedessen sei den Interessen der USA weltweit Schaden zugefügt worden, so Davis.

    So hat Andrew Bacevich, Oberst a. D. der US-Armee, in seinem im Cato Institute verlesenen Bericht negative Ergebnisse der Invasionen der US-Armee – von der „Operation Wüstensturm“ 1991 bis zu den heutigen Militäreinsätzen – angeführt, die sich als Flopp erwiesen hätten.

    „Die Probleme, mit denen der Nahe Osten heute konfrontiert ist, sind bedeutender als jene, bei denen erstmals zahlenmäßig starke US-Truppen in diese Region geschickt wurden. Der IS ist nur ein Beispiel dafür“, so Bacevich. Ihm zufolge ist unbestritten, dass das Vorgehen der USA zur Regelung der Situation in der Region gescheitert ist.

    Laut Davis verweisen die Anhänger von Militäreinsätzen der USA im Ausland auf eine Bedrohung für die Sicherheit der USA, um solche Operationen zu rechtfertigen. Als Folge werde die Militärgewalt nicht mehr als allerletztes Mittel angesehen, sondern sie sei zum ersten Instrument für die Lösung eines breiten Spektrums von Aufgaben geworden, konstatiert der Autor.

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