19:08 19 September 2018
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    Freidenker-Chef zu Nato-Russland-Rat: „Einkreisung Russlands durchbrechen“

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    Die Wiederaufnahme von Treffen im Rahmen des Nato-Russland-Rates nach einer zweijährigen Pause ist dem Bundesvorsitzenden des Deutschen Freidenker-Verbandes, Klaus Hartmann, zufolge ein positives Signal - vorausgesetzt, dass die Politik der Einkreisung Russlands durchbrochen wird.

    „Es ist ein Skandal, dass überhaupt ein Stopp dieser Gespräche verfügt wurde. Es ist immer besser, man redet miteinander – solange man redet, schießt man nicht aufeinander“, sagt Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, in einem Sputnik-Interview. Die Wiederaufnahme der Gespräche sei vom Grunde her positiv, den guten Willen einer tatsächlichen Kooperation aller Beteiligten vorausgesetzt. In diesen zwei Jahren hätte man möglicherweise eine Menge von Eskalationen vermeiden können, betont Hartmann.

    „Geballte Faust in der Tasche“

    Zugleich sei aber auch gewisse Skepsis am Platze: „Die Wiederaufnahme der Gespräche wird von manchen dann begrüßt, wenn sie der Fortsetzung der in letzten Monaten gepflegten Konfrontationslinie der Nato mit Russland folgen sollte. Wenn es hingegen um die gleichgewichtige und gleichberechtigte Behandlung beider Seiten geht, ist die Zustimmung merklich gedämpft, und da sehen wir alles andere als eine wohlwollende Kommentierung – die geballte Faust in der Tasche.“

    Hartmann warnt daher von einem Rückfall in den Kalten Krieg: „Die Nato hat ohnehin im Stil eines Rückfalls in den Kalten Krieg reagiert. Nato-Generalsekretär Stoltenberg fantasiert immer vom Russland, das von der Nato-Haustür steht. Man muss dann fragen, wer vor wessen Haustür steht. Derartige Unterstellung könnte künftig vermieden werden, wenn diese Gespräche tatsächlich genutzt und zur gegenseitigen Konsultation auch auf Fachebene führen würden.“

    Es stelle sich die Frage, ob dieses Bedrohungsszenario, diese permanente Zuspitzung, die doch zielgerichtet auf die weitere Einkreisung Russlands, auf eine Provokation und weitere Aufrüstung und das Szenario eines Kalten Krieges hinauslaufe, mit diesem Mittel bekämpft werden könne. „Wahrscheinlich müssten weitere Gespräche auf Führungsebene hinzukommen, die einen Kurswechsel bewerkstelligen können“, fügt er hinzu.

    Es müsste Hartmann zufolge bei den Nato-Russland-Gesprächen die gesamte Palette der  internationalen Beziehungen besprochen werden: „In erster Linie müsste die hinter diesen Konflikten stehende Politik der Einkreisung Russlands und Chinas durchbrochen  werden.“

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    Tags:
    Kalter Krieg, NATO, Jens Stoltenberg, Klaus Hartmann, Russland