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18:49 17 August 2019
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    Norwegische Soldaten bei der Truppenübungsplatz „European best squad competition“  (Archivtoto)

    Norwegen reduziert Militärbudget – und konzentriert Truppen an Russland-Grenze

    © Flickr/ 7th Army Joint Multinational Training Command
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    Die Staatsgrenze zu Russland ist der einzige Ort, an dem Norwegen seine Truppenstärke erhöhen will. In anderen Landesteilen schließt das norwegische Militär Stützpunkte und streicht Personal.

    Laut der norwegischen Verteidigungsministerin Ine Marie Eriksen Søreide stehen Norwegens Armee in den nächsten zwanzig Jahren insgesamt 16,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Das sind 2,7 Milliarden weniger als im vorigen Jahr angekündigt, wie die norwegische Zeitung „Dagens Naeringsliv“ berichtet.

    Um in nächster Zukunft bis zu 260 Millionen Euro einsparen zu können, sollen im Rüstungssektor Zeitungsberichten zufolge 1.500 Menschen entlassen werden. Durch die Einsparungen könnten nach zwanzig Jahren bis zu 2,5 Milliarden Euro für den norwegischen Wehretat freiwerden. Eine der Sparmaßnahmen umfasse die Schließung von neun Militärbasen. Auch die größte Militäreinheit des Landes, das 2. Bataillon der Nordbrigade, könnte aufgelöst werden, schreibt das Blatt.

    Von den freiwerdenden Mitteln sollen künftig neue U-Boote, Seepatrouillenflugzeuge und 52 F-35-Jäger gemäß der einheitlichen Nato-Modifikation beschafft werden können.

    Gleichzeitig zu den Sparmaßnahmen werde jedoch eine neue Aufklärungsgruppe an Grenze zu Russland stationiert. Diese Eliteeinheit bleibe von Einsparungen unberührt und erhalte sogar zusätzliche Mittel, so das Branchenportal „The Independent Barents Observer“.

    Doch die Sparpläne stoßen auf heftige Kritik: „Die von der Regierung geplanten Einschnitte sind dramatisch und können die Wehrkraft des Landes weiter herabsetzen“, heißt es vom norwegischen Offiziersverband. Andere Organisationen stimmten dem zu, schreibt Dagens Naeringsliv. Der Armee würden die Kürzungen schaden.

    Als Nato-Mitglied beteiligt sich Norwegen regelmäßig an internationalen See- und Landmanövern, auch nahe der russischen Grenze: Cold Response, Joint Viking, Dynamic Mongoose und vielen weiteren. Experten stellen immer wieder eine rege Aktivität der Nato in Russlandnähe fest. Besonders in den Baltischen Staaten haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Militärübungen stattgefunden. Moskau erklärte mehrmals seine Bereitschaft, „angemessen“ auf die Expansion der Nato zu reagieren. 

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    Tags:
    F-35, NATO, Ine Marie Eriksen Søreide, Norwegen, Russland