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    AfD-Jungorganisation: „Gegenseitiges Kennenlernen und Austausch“ mit Moskau

    © AP Photo / Michael Probst
    Politik
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    Der SPIEGEL will herausgefunden haben, dass die AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ und die „Junge Garde“, die den Nachwuchs der Kreml-Partei Geeintes Russland bildet, sich verbündet haben. Der Vorsitzende der Jungen Alternative, Markus Frohnmaier, sieht im Jugendaustausch und Besuchen von Konferenzen nichts Anstößiges.

    In der Ankündigung seines Artikels unterstellte SPIEGEL Online, Wladimir Putin habe es nötig, sich mit der AfD zu verbünden. Beweis dafür sei der Besuch von Marcus Pretzell bei einer Konferenz auf der Krim sowie das angeblich offizielle Bündnis zwischen den Jugendorganisationen „Junge Alternative“ und „Junge Garde“.

    Markus Frohnmaier, der Vorsitzende der Jungen Alternative, bestreitet nicht, dass es Austausch zwischen den Organisationen gegeben hat: „Es stimmt, dass wir seit geraumer Zeit Kontakte nach Osteuropa und Russland pflegen. Ich selbst habe an verschiedenen Konferenzen teilgenommen und dort Standpunkte unserer Partei vorgestellt“, sagte er im Interview mit Sputnik-Korrespondentin Ilona Pfeffer. „Unter anderem war ich in Donezk, in Sankt Petersburg, vor kurzem auch in Jalta auf einem Wirtschaftsforum. Dorthin wurden aus ganz Europa politische Kräfte eingeladen, Parteien, Vertreter der Wirtschaft, Intellektuelle. Man hat dann vor diesem Publikum über wichtige Themen wie die Sanktionspolitik und ihre Wirkung auf die einzelnen Staaten gesprochen.“

    Auch die Unterstellung, Russland finanziere solche Auslandsreisen, konnte Frohnmaier nicht in dieser Form bestätigen: „Das stimmt so nicht. Es ist klar, wenn man Konferenzen veranstaltet, dann lädt der Gastgeber natürlich seine Gäste ein. Da werden dann z.B. Hotelkosten getragen. Aber wir machen das nicht mit Honoraren oder so etwas und andersrum haben wir auch nie welche angenommen. Das ist eine Üblichkeit, die der ein oder andere Pressevertreter jetzt versucht zu skandalisieren.“

    Von einem engen Kontakt könne laut Frohnmaier bisher auch noch nicht die Rede sein, vielmehr gehe es um gegenseitiges Kennenlernen und Austausch.

    „Man kann hier bisher nicht von einer offiziellen Verbindung sprechen. Alexander Galkin und ich haben uns 2014 am Rande einer Konferenz kennen gelernt. Jetzt habe ich in Berlin einen Vertreter der Partei Geeintes Russland getroffen, der für internationale Angelegenheiten zuständig ist.  Allen Beteiligten war es erstmal wichtig, dass man sich austauscht, gerade über den Jugendaustausch.“

    Ein gemeinsames Thema für die beiden Jugendorganisationen sieht Frohnmaier in den Russland-Sanktionen, die aus seiner Sicht in erheblichem Maße unter anderem die deutsche Automobilindustrie schädigen.

    „Diese Sanktionspolitik betrifft Deutschland, ein Stück weit auch Europa und Russland“, äußerte er. „Innerhalb der EU umgehen viele Partner die Sanktionen. In Italien wird munter weiter über den Bau des South Streams verhandelt, die Franzosen machen ihre Rüstungsdeals, die Polen haben entgangene Handelsgewinne von der EU zurückgefordert. Die Deutschen, vor allem der Südwesten, leiden darunter im Maschinenbau — Fahrzeugteile, die Automobilbranche allgemein. Hier sehen wir Nachteile auf dem russischen Markt. Wir wollen weiterhin dafür kämpfen, dass wir gute Wirtschaftsbeziehungen mit Russland haben.“

     

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    Tags:
    Austausch, Markus Frohnmaier, Russland, Deutschland