04:54 24 November 2017
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    Deutschlands Feinde bekommen Ausreisegutschein von Rechtsextremen

    Rechtsextreme verschicken „Ausreisegutscheine“ - Grüne „akzeptieren“

    © Foto: Pascal Striebel / Facebook
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    Die rechtsextreme Splitterpartei "Der III. Weg" verschickt neuerdings Postkarten an politische Gegner im Raum Berlin-Brandenburg. So haben verschiedene Politiker von SPD, den Linken und den Grünen auf diesem Weg einen sogenannten "Ausreisegutschein" erhalten, in dem sie aufgefordert werden, Deutschland in Richtung Afrika zu verlassen.

    „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“,heißt es auf der Vorderseite. Für ihren Weg nach Afrika können die als „Überfremdungsbefürworter“ identifizierten Adressaten auf der Postkarte ein Transportmittel auswählen.

    Ausreisegutschein - die Rückseite
    "Ausreisegutschein" - die Rückseite

    Die Grünen in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg ließen es sich nicht nehmen, umgehend einen Antwortbrief zu schreiben, worin sie sagen, sie würden bei entsprechender Kostenübernahme gern mit dem Schiff nach Afrika reisen.

    Warum ausgerechnet sein Kreisverband den „Ausreisegutschein“ bekam, liegt für Pascal Striebel von den Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg auf der Hand:

    „Als Grüne in Friedrichshain-Kreuzberg haben wir eine sehr klare Position zum Thema Geflüchtete und auch Geflüchtetenproteste, wir sind da sehr wahrnehmbar. Weil wir uns klar positionieren für eine offene Gesellschaft und ein Willkommensbündnis für geflüchtete Menschen, sind wir natürlich Zielscheibe für diese Neonazipartei, die diese Postkarte geschrieben hat.“

    Die Grünen haben auf die Postkarte mit einem Antwortbrief reagiert, den sie anschließend auch in den sozialen Netzwerken verbreitet haben. Darin bedanken sie sich für das Angebot und geben an, aus ökologischen Gründen den Schiffsweg nach Afrika zu wählen. Den würden sie antreten, wenn die Kosten übernommen werden würden, heißt es in dem Schreiben.

    Antwort der Grünen auf Ausreise-Angebot
    Antwort der Grünen auf "Ausreise-Angebot"

    „Wir sind der Meinung, wenn man sie wegen Volksverhetzung anzeigen würde, wären die Chancen leider relativ gut, dass es im Sande verlaufen würde. Deswegen dachten wir uns: Machen wir es eher auf die humoristische Art und Weise. Ansonsten gilt rechtlich: Wer so einen Gutschein ausstellt, muss ihn eigentlich auch bezahlen. Wenn „Der III Weg“ dann 1,2 Millionen Euro für unsere Mitglieder dann locker macht, dann hilft uns das natürlich, denn dann ist die Partei pleite“, erklärt Striebel in einem Interview mit der Sputnik-Korrespondentin Ilona Pfeffer.

    Bei Facebook hat das veröffentlichte Antwortschreiben zahlreiche „Gefällt mir“-Angaben gesammelt und ist rege kommentiert und geteilt worden. Für Striebel sei es wichtig, auf Bedrohungen durch Rechtsextreme aufmerksam zu machen, betonte der Grünenpolitiker. Einen Dialog könne es mit überzeugten Neo-Nazis aber keinesfalls geben.

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    Tags:
    Migranten, Der III. Weg, Die Grünen, Afrika, Deutschland