03:39 18 Februar 2019
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    German Defence Minister Ursula von der Leyen

    "Geschichtsvergessend“: Deutsche Politiker zur Nato-Aufrüstung an russischer Grenze

    © AFP 2018 / Jens-Ulrich Koch
    Politik
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    Die Meldung über eine mögliche Entsendung von Bundeswehrsoldaten nach Litauen zur „Eindämmung“ Russlands hat in den Medien und den sozialen Netzwerken in Deutschland für großes Aufsehen gesorgt.

    Dabei gehen die Meinungen oft weit auseinander. Aus Sicht der „Süddeutschen Zeitung“ steht Berlin vor einem Dilemma. Wenn Deutschland die Entsendung der Truppen verweigern würde, wäre das unsolidarisch gegenüber den baltischen Staaten. Sollte es einwilligen, würde das die Beziehungen zu Russland belasten. Der Deutschlandfunk gibt diesen Plänen allerdings recht: Die Nato müsse die „territoriale Integrität der Länder garantieren“, die sich in der Nähe Russland „unsicher“ fühlen.

    Doch diese Begründung, die Staaten fühlten sich durch Russland bedroht, hält der Linken-Politiker Gregor Gysi für wenig überzeugend. „Erstens geht es nicht um Gefühle, sondern um die Frage, ob eine wirkliche Bedrohung vorliegt. Zweitens wären diese 250 Soldaten im Falles eines wirklichen Krieges mehr als überflüssig“, so Gysi auf seiner Facebook-Seite. Um seinen Gesichtspunkt noch deutlicher zu machen, erinnert der Politiker an die Geschichte: „Deshalb ist es geschichtsvergessen und eskalierend, jetzt Truppen an die russische Grenze zu schicken.“

    Die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht unterstützt ihren Parteigenossen: „Bundeskanzlerin Angela Merkel begeht eine unverantwortliche Provokation, wenn sie 75 Jahre nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion die Bundeswehr zur russischen Grenze schickt.“

    In den Kommentaren im Internet haben viele Leser ihrem Unmut über das Vorhaben der Bundesregierung Luft gemacht. „Die Grenze nach Afrika / Türkei / Syrien ist offen, aber die Gefahr kommt aus Russland. Einfach nur verrückt“, schrieb ein Nutzer in den Kommentaren zu einem „Welt“-Artikel. Ein anderer Leser, J89, wies darauf hin, dass ein Nato-Bataillon an der Grenze zu Russland keine beachtenswerte Gefahr darstelle: Das sei „Symbolpolitik“.

    Auch andere Internet-Nutzer sind von der Aussicht, deutsche Soldaten in Richtung Russland zu schicken, wenig begeistert:

     

     

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    Tags:
    Kommentar, NATO, Sahra Wagenknecht, Gregor Gysi, Russland, Deutschland