13:57 11 Dezember 2017
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    Folgen der Nato-Bombardierung Jugoslawiens 1999: Zerstörte Häuser von Zivilisten bei BelgradPentagon-Chef Ashton Carter (l.) stellt David Goldfein als neuen Stabschef der amerikanischen Luftwaffe vor

    Über Jugoslawien abgeschossener Pilot als Stabschef der US-Luftwaffe nominiert

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    Pentagon-Chef Ashton Carter hat General David Goldfein als neuen Stabschef der amerikanischen Luftstreitkräfte nominiert. Goldfein hatte im Jahre 1999 an Bombenangriffen auf das damalige Jugoslawien teilgenommen. Sein Kampfjet wurde über West-Serbien abgeschossen, doch der damalige Oberstleutnant konnte der Gefangenschaft entkommen.

    Während des Nato-Luftkrieges gegen Jugoslawien hatte Goldfein ein Geschwader der US-Air Force befehligt. Sein Jagdflugzeug F-16 wurde am 2. Mai 1999 von der jugoslawischen Luftverteidigung abgeschossen. Doch Goldfein konnte von Nato-Hubschraubern gerettet werden.

    Bei der Vorstellung des neuen Luftwaffen-Stabschefs am Freitag in Pentagon lobte Verteidigungsminister Carter Goldfeins „reiche politische militärische Erfahrungen“. Goldfein muss noch vom Senat im Amt bestätigt werden.

    Die USA und deren Nato-Partner hatten im Kosovo-Konflikt vom 24. März bis 8. Juni 1999 — außerhalb eines Bündnisfalls und ohne UN-Mandat — die damalige Bundesrepublik Jugoslawien bombardiert. Durch die Angriffe kamen diversen Schätzungen zufolge zwischen 1200 und 2500 Menschen ums Leben, darunter 89 Kinder. 12.500 Zivilisten wurden verletzt. Zerstört wurden 148 Wohnhäuser und 62 Brücken, etwa 300 Schulen, Krankenhäuser und Staatseinrichtungen sowie 176 Kulturdenkmäler wurden beschädigt.

    Die Nato-Jets warfen nach serbischen Angaben rund  37.000 verbotene Streubomben ab. Darüber hinaus schlugen bis zu zehn Tonnen verbotene und hochgiftige Uranmunition „Depleted Uranium“ auf jugoslawischem Boden ein. In den Folgejahren nahm die Zahl der Krebskranken dramatisch zu.

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    Tags:
    US-Luftwaffe, Pentagon, Jugoslawien, USA
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