23:08 22 November 2017
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    Arbeit an MH17-Absturzort bei Donezk

    Kreml zu MH17-Bericht: Spekulativ, subjektiv – Wer ist eigentlich Bellingcat-Team?

    © REUTERS/ Antonio Bronic
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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (223)
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    Um den Absturz des Fluges MH17 gibt es viele Spekulationen, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow den Bellingcat-Bericht zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine kommentierte.

    Das Bellingcat Investigation Team veröffentlichte mehrmals Informationen, die angeblich Russlands Beteiligung am Abschuss  der MH17 beweisen können sollen. Laut dem Bellingcat-Bericht soll die Maschine von einem Buk TELAR 323, einem Startfahrzeug für Luftabwehrraketen, abgeschossen worden sein, das angeblich einer russischen Luftabwehrbrigade gehört haben soll.

    Peskow zufolge müsse zunächst die Herkunft des Bellingcat-Teams selbst und dessen Identität festgestellt werden.

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    Was die Identifikationsnummern russischer Waffensysteme betreffe, so sei das seines Erachtens ein Thema für Experten im Verteidigungsministerium. Ob die Forschertruppe dies leisten könne, bleibt unklar. 

    Wie der Kreml-Sprecher anmerkte, sei der überwiegende Teil der Information zum Absturz der Boeing spekulativer Art. „Es gibt Daten, die russische Spezialisten, russische Experten offiziell vorgestellt haben. In erster Linie werden wir uns natürlich an diesen Daten orientieren“, erklärte er und ergänzte, dass bestimmte Daten von mehreren Staaten, darunter von der Ukraine und den USA, noch immer vorenthalten würden.

    „Das ist die Situation, die man offiziell konstatieren kann. Aber inwieweit all diese Schlüsse glaubwürdig sind, kann ich nicht sagen“, schloss Peskow.

    Aus Russlands Verteidigungsministerium hieß es bereits, dass die Publikationen des Bellingcat-Teams zum Absturz der Boeing die objektiven  Tatsachen verzerre und sich auf unglaubwürdige Angaben stütze. Außerdem nutze das Team beweislose Auslegungen, die ausschließlich darauf abzielen würden, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. 

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    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli 2014 im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

    Im Oktober 2015 hatte der Sicherheitsrat der Niederlande den Abschlussbericht zum MH17-Absturz vorgestellt. Ihm war zu entnehmen, dass die Passagiermaschine von einer Buk-Rakete abgeschossen worden sei. Ein Gefechtskopf des Typs 9H314M einer Rakete der Serie 9M38 soll auf der linken Seite des Cockpits eingeschlagen sein, was zum Absturz der Maschine geführt habe. Der russische Rüstungskonzern Almaz Antey hatte daraufhin die Daten seiner Ermittlungen vorgestellt, laut denen das Flugzeug aus dem von Kiewer Kämpfern kontrollierten Territorium abgeschossen worden sei.

    Im Januar 2016 hatte der Vize-Chef der russischen Luftfahrtagentur Rosaviacia, Oleg Stortschewoi, in einem Schreiben an den Sicherheitsrat der Niederlande darauf verwiesen, dass die im niederländischen Bericht als Beweis angeführten Splitter nicht zu dem erwähnten Gefechtskopf der Buk-Luftabwehrrakete gehören könnten.

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    MH17, TELAR 323, Bellingcat, Malaysia Airlines, Dmitri Peskow, Niederlande, Ukraine
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