18:11 18 November 2019
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

    Medien: Erdogan mal die Meinung geigen - „Laut, deutlich und ungeschminkt!“

    © AFP 2019 / POOL / KAYHAN OZER
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Der Flüchtlingsdeal mit der Türkei ist tot, meint Barbara Wesel in einem Kommentar für die Deutsche Welle. Europa brauche nun einen neuen Plan A, bei dem „kein Weg an einer europäischen Lösung für Migranten und Flüchtlinge“ mehr vorbei führe.

    Der Flüchtlingsdeal mit der Türkei habe die EU „von vornherein erpressbar gemacht“, doch nun sei es das provokative Verhalten von Präsident Recep Tayyip Erdogan, das  die Vereinbarung endgültig scheitern lasse, so Barbara Wesel.

    Und dabei seien schon im Winter die ersten Anzeichen seiner Machtspiele zu sehen gewesen: „Sollte die EU nicht liefern, wird Erdogan die Fluttore nach Europa wieder öffnen. Eine schlichte Drohung, ohne Rücksicht auf Bedingungen für das Ende der Visumpflicht“.

    Mit Politikern wie Erdogan könne man keine politischen Geschäfte machen, warnt Wesel. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe auf das falsche Pferd gesetzt, als sie mit Premierminister Ahmet Davutoglu den Flüchtlingsdeal aushandelte. Nachdem Erdogan seinen Premier nun davongejagt habe, liege das Abkommen in Scherben. Und Erdogan hat klar erklärt, er werde seine Anti-Terrorgesetze nicht ändern, die hätten nichts mit der Visafreiheit zu tun – aus seiner Sicht. Auch im Bereich Pressefreiheit seien keine Verbesserungen in Sicht.

    „Recep Tayyip Erdogan scheint die Europäer immer weiter zu testen, inwieweit sie bereit sind, ihre Werte auf der Resterampe zu verhökern. Da muss nicht der Papst kommen, um uns ins Gewissen zu reden und uns an unsere humanitäre Tradition zu erinnern. Die eigene Vernunft müsste ausreichen, um zu erkennen, dass es jetzt allerhöchste Zeit ist, die Reißleine zu ziehen“, so Wesel im DW-Kommentar.

    Was passiert, wenn das EU-Türkei-Abkommen wirklich platzt, weiß derzeit keiner. In Brüssel könne man nur mit Horror einem weiteren Sommer von Krisengipfeln und Nachtsitzungen entgegensehen, schlussfolgert Wesel.

    Dabei sei es aber höchste Zeit, „dem türkischen Nachwuchs-Diktator zu sagen, was wir von ihm halten. Laut, deutlich und ungeschminkt.“

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    Tags:
    Flüchtlingsabkommen, Migranten, Flüchtlingskrise, Deutsche Welle, Ahmet Davutoglu, Angela Merkel, Recep Tayyip Erdogan, Europa, Türkei