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    AfD-Demo in Berlin. November 2015

    Nicht über einen Kamm scheren: Kretschmann warnt vor Dämonisierung von AfD-Wählern

    © AFP 2019 / John Macdougall
    Politik
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    Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat davor gewarnt, die AfD-Wähler zu dämonisieren, wie die FAZ am Donnerstag schreibt. Stattdessen solle man den rechtsradikalen Teil – wie auch Flüchtlinge – besser integrieren.

    Laut Kretschmann darf man nicht einfach alle AfD-Wähler über einen Kamm scheren: „Ein Teil der AfD ist rechtsradikal, den muss man in der Tat dämonisieren", sagte Kretschmann gegenüber der FAZ. „Aber alle anderen nicht." Man müsse endlich aufhören, sich dauernd nur über die AfD zu empören.

    Dabei bot Kretschmann einen ziemlich ungewöhnlichen Blick auf die rechtsradikalen Wähler der AfD: Er will diese in die deutsche Gesellschaft integrieren. Denn nur der „verkürzte Integrationsbegriff" betreffe ausschließlich  Einwanderer. „Aber jemand, der 'Ausländer raus' ruft, ist ja auch nicht integriert", so Kretschmann.

    Im Gespräch mit der FAZ übte Kretschmann außerdem erstmals Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin: „Man muss in längeren Linien denken." Ein Konsens in der EU-Flüchtlingspolitik könne „nicht in Abschottung bestehen, aber auch nicht in offenen Grenzen", so der Grünen-Politiker. Zugleich betonte er, die Bundeskanzlerin könne in der Flüchtlingspolitik weiterhin mit seiner Unterstützung rechnen.

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    Tags:
    Rechtsradikale, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Winfried Kretschmann, Deutschland