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    Russlands Austritt aus START-III-Vertrag als Antwort auf Nato-Raketenschild möglich

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    Russlands Austritt aus dem Vertrag über die Reduzierung und Begrenzung der strategischen Offensivwaffen (START-III-Vertrag) als Reaktion auf die von den USA in Osteuropa stationierten neuen Raketenabwehrsysteme ist nicht auszuschließen, wie der Vorsitzende des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des Föderationsrates, Viktor Oserow, sagte.

    „Zweifellos wäre dies eine äußerste Maßnahme, und ich hoffe, dass es nicht dazu kommen wird. Aber das russische Parlament hatte den neuen START-Vertrag nicht zufällig mit dem Vorbehalt ratifiziert, dass die Stationierung von Elementen des Raketenschildes ein Grund für einen Austritt Russlands aus dem Vertrag werden könne“, äußerte des Senator gegenüber der Agentur RIA Novosti.

    Wie Oserow sagte, sind diese „äußersten Maßnahmen“ möglich, sollte Russland sehen, dass die Stationierung von Elementen des Raketenabwehrsystems „einen irreversiblen Charakter hat und eine reale Bedrohung unserer Sicherheit besteht“.

    Die Nato-Pläne zur Stationierung von Abfangraketen in Osteuropa hatte zuvor bereits der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow kommentiert. Wie er sagte, wird Moskau auf die erforderliche Weise reagieren.

    Medienberichten zufolge wurde am Donnerstag im südrumänischen Deveselu ein US-Raketenabwehrsystem Aegis Ashore eingeweiht. Es ist das erste Objekt des von den USA geplanten Raketenschildes in Osteuropa, ein zweites soll im Jahr 2018 in Polen folgen. Aus Moskau hieß es mehrfach, dass mit den Elementen des Raketenabwehrsystems eine Militarisierung Südosteuropas betrieben werde, was im Widerspruch zu den Interessen der regionalen Stabilität stehe.

    Der Vertrag über die  Reduzierung und Begrenzung der strategischen Offensivwaffen wurde im April 2010 in Prag unterzeichnet. Er verpflichtet Russland und die USA, das Arsenal ihrer strategischen Offensivwaffen abzubauen.

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    START-Vertrag, NATO, Russland