01:05 23 November 2017
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    Sitzung der Obersten Rada

    Ukrainisches Parlament benennt mehr als 70 Siedlungen im Donbass um

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    Das ukrainische Parlament hat die Umbenennung von 76 Ortschaften in den von der ukrainischen Regierung nicht kontrollierten Territorien der Gebiete Lugansk und Donezk beschlossen, wie der ukrainische Fernsehsender „112 Ukraine“ am Donnerstag berichtet. 245 Abgeordnete stimmten dem Entwurf der Verordnung zu, wobei schon 226 Stimmen genügt hätten.

    Die Umbenennung wurde im Rahmen der Politik der „Dekommunisierung" entsprechend dem Gesetz „Über die Verurteilung des kommunistischen und des nationalsozialistischen totalitären Regimes in der Ukraine und das Verbot der Propaganda ihrer Symbolik" vorgenommen. 

    Krim, Siedlung Ordschonikidse
    © Sputnik/ Sergei Malgavko

    So wurde die Stadt Tores (benannt nach dem Ex-Vizepremierminister und Vorsitzenden der Kommunistischen Partei  Frankreichs Maurice Thorez) in Tschistjakowo, die Stadt Krasnyj Lutsch (wörtlich „Roter Strahl") in Chrustalnyj, die Stadt Stachanow (benannt nach dem Bergmann Alexei Stachanow, der in den 30er Jahren zur Symbolfigur der sowjetischen Kampagne zur Steigerung der Arbeitsproduktivität wurde) in Kadijewka, Telmanowo (benannt nach dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands Ernst Thälmann) in Bojkowskoje,  die Stadt Krasnodon (wörtlich von „Rot" und „Don", dem Namen eines Flusses, gebildet) in Sorokino, Junokommunarowsk (wörtlich von „jung" und „Kommunarde" gebildet) in Bunge, die Städte Wachruschewo, Swerdlowsk  und Kirowsk (benannt nach den bedeutenden sowjetischen Staats- und Parteifunktionären Wassilij Wachruschew,  Jakow Swerdlow und Sergej Kirow) in Bokowo-Chrustalnzj, Dowschansk bzw. Golubowka umbenannt.

    Ab dem 2. April ist die Verordnung  des ukrainischen Parlaments über die Umbenennung von 151 Dörfern, einer Siedlung und einer Stadt in 16 anderen ukrainischen Gebieten in Kraft getreten.  

    Das Gesetz „Über die Verurteilung des kommunistischen und des nationalsozialistischen totalitären Regimes in der Ukraine und das Verbot der Propaganda ihrer Symbolik" war am 9. April 2015 vom ukrainischen Parlament verabschiedet worden. Demnach sollen die Gemeinden alle Gebiete, Bezirke, Städte, Dörfer, Straßen und andere Toponymen umbenennen, deren Namen auf die Sowjetzeit zurückzuführen sind. 

    Insgesamt sollen 941 ukrainische Ortschaften neue Namen bekommen.

    Zudem sollen alle Denkmäler abgerissen werden, die berühmte  Persönlichkeiten der Sowjetperiode darstellen. Zuvor hatte der ukrainische Kulturminister Wjatscheslaw Kyrylenko die Schaffung eines Totalitarismus-Museums  in Aussicht gestellt, in dem alle abgerissenen Denkmäler aufbewahrt werden sollen.

    Die Umbenennung aller Orte und Straßen sowie der Abriss der Denkmäler soll bis zum 21. Mai abgeschlossen werden.

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    Tags:
    Umbenennung, Abriss, Dekommunisierung, Denkmal, Nationalsozialismus (Nazismus), Oberste Rada, Lugansk, Donezk, Ukraine
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