Widgets Magazine
15:14 21 September 2019
SNA Radio
    Abendessen der Regierungschefs skandinavischer Länder

    Skandinaviens größte Gefahr: Washington tischt Russland als Bedrohung auf

    © AFP 2019 / Saul Loeb
    Politik
    Zum Kurzlink
    3213100
    Abonnieren

    Bei einem Abendessen will US-Präsident Barack Obama mit den Staats- und Regierungschefs skandinavischer Länder Maßnahmen gegen Russland besprechen, wie der TV-Sender „RT“ berichtet.

    Nato-Übung in Norwegen (Archivbild)
    © Flickr / U.S. Marine Corps/Michael Q. Retana
    Der US-Präsident wolle seine ranghohen Gäste aus Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen und Island mit skandinavischen Delikatessen und Lieblingsgerichten der US-Amerikaner verwöhnen. Heute finde in den Vereinigten Staaten der erste Skandinavien-Gipfel der US-Geschichte statt.

    Veranstaltet wird das festliche Dinner im Weißen Haus in Washington – der eigens dafür hergerichtete Speisesaal greife die Thematik des Polarlichts auf. Der Hauptgang: Tunfisch mit frischen Salatblättern aus dem Garten des Präsidenten. Als Dessert werde ein handbemaltes Schoko-Boot serviert.

    Mehr zum Thema: Die Propaganda wirkt: Skandinavien wappnet sich gegen „russischen Angriff“

    Einige Experten scherzten jedoch, als Hauptspeise werde den Gästen im Weißen Haus nicht der Fisch, sondern Russland aufgetischt. Schließlich werde es den Ländern Nordeuropas als deren größte Bedrohung dargestellt. 

    Zudem planten die Gipfelteilnehmer humanitäre und umweltpolitische Fragen im Rahmen der Friedenspolitik zu erörtern. Hintergrund des Treffens sei die Aufstockung des Militärpotentials der skandinavischen Länder mit Unterstützung der Nato, heißt es im TV-Beitrag.

    Schweden ist zwar ein Partner, jedoch kein Mitglied der nordatlantischen Allianz. Neuesten Umfragen zufolge sprechen sich die Schweden verstärkt für einen Nato-Beitritt aus.

    Marilyn Barden von der Initiative „Nein zur Nato“ stehe der möglichen Ausweitung des Militärbündnisses jedoch sehr skeptisch gegenüber, heißt es in dem TV-Bericht. Laut der Friedensaktivistin geht der Vorstoß auf Initiativen Polens und der Vereinigten Staaten zurück: „In allen Baltischen Staaten sind inzwischen US-Truppen stationiert. Ein Drittel des schwedischen Territoriums wird von Nato-Mitgliedern genutzt. Seit vielen Jahren führen sie Militärmanöver im Norden des Landes durch“, empört sich Marilyn. „Flugzeuge fliegen über den Köpfen der Menschen, zerstören die Landschaft. Die Allianzmitglieder machen alles, was ihnen in den Sinn kommt. Als ob unser Wunsch, Teil dieses industriellen Komplexes zu werden, eine Selbstverständlichkeit ist“, erklärt sie.

    Inzwischen würden jedoch immer mehr Menschen darauf aufmerksam. Sie seien immer besser informiert. Aber es sei sehr schwierig, ohne Medienunterstützung etwas zu unternehmen, konstatiert Marilyn Barden von der Initiative „Nein zur Nato“.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Kalte Antwort“: 14 Länder absolvieren NATO-Übung Cold Response in Norwegen
    Angst um Åland: Finnland fühlt sich von Russland bedroht
    Finnland: Ex-Geheimdienstchef warnt vor Nato-Beitritt - „Moskau würde reagieren“
    Moskau: Russland würde auf NATO-Beitritt Schwedens adäquat reagieren
    Tags:
    NATO, Russland, Island, Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark, USA