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04:08 15 Oktober 2019
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    Jamala bei der Ankunft in Kiew nach ihrem Sieg bei Eurovision Song Contest

    „Niedriger Menschentyp“: Kiewer Nationalisten pöbeln gegen ukrainische ESC-Siegerin

    © REUTERS / Roman Baluk
    Politik
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    Der Sieg der Ukrainerin Jamala beim Eurovision Song Contest hat bei Politikern in Kiew geteilte Reaktionen ausgelöst. Während die einen jubeln, zeigt sich die rechte Szene empört. Für sie ist die aus einer tatarisch-armenischen Familie stammende Sängerin keine „echte“ Ukrainerin, sondern sogar ein „niedriger Menschentyp“.

    Susanna Dschamaladinowa aka Jamala hat am Samstag den Eurovision Song Contest (ESC) 2016 in Stockholm gewonnen. Jamalas Vater ist Krimtatar und wie sie Muslim, ihre Mutter ist Christin armenischer Herkunft.

    „Eurovision ist zu einer multikulturellen Farce verkommen“, kommentierte Igor Tokowenko von der radikalnationalistischen Partei „Swoboda“. „Die ‚echte Ukrainerin‘ Susanna Dschamaladinowa hat durch Betrug zuerst die nationale Qualifikation und dann auch den ‚europäischen Wettbewerb‘ gewonnen.“

    Laut Tokowenko, den die ukrainische Zeitung Vesti-ukr.com zitiert, hat Jamalas  Sieg deutlich gemacht, dass „die Ukraine nicht für die Ukrainer ist“.

    Ähnlich äußerte sich Swoboda-Politikerin Irina Farion: „Wenn ich die Pop-Hysterie bei Eurovision beobachte, erinnere ich mich an Lipińskis (Wacław Lipiński war ein konservativer ukrainischer Publizist polnischer Abstammung – Red.) tiefsinnige Worte: ‚Wird diese Verdammnis der demokratischen Ausrichtung der Nation nach den niedrigsten Menschen- und Ideentypen ewig auf der Ukraine lasten?‘“, schrieb Farion auf Facebook.

    Die Swoboda-Partei von Oleg Tjagnibok war nach dem Umsturz vom Februar 2014 an der Übergangsregierung von Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk beteiligt und im Parlament vertreten gewesen. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl im Herbst 2014 scheiterte sie jedoch knapp an der Fünf-Prozent-Hürde.

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    Tags:
    Swoboda-Partei, Ukraine