18:57 28 Januar 2020
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    US-Raketenabwehr in Europa (57)
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    Die Raketenabwehr, die die USA in Osteuropa stationieren, kann problemlos für den Einsatz von Mittelstreckenraketen für die Vernichtung von Lenkungsmitteln der strategischen Nuklearkräfte Russlands umgebaut werden, wie der Generalkonstrukteur des Unternehmens Moskauer Wärmetechnik-Institut, Juri Solomonow, äußerte.

    Das Institut ist Entwickler russischer strategischer Raketenkomplexe.

    Laut Solomonow stellt das Raketenabwehrsystem dieses Typs für Russlands strategische Nuklearkräfte aus militär-technischer Sicht keine Gefahr dar.

    „Doch gibt es auch militär-politische Aspekte. Diese Raketen (US-Raketenabwehr — Anm. d. Red.), Standart, können unter Berücksichtigung ihrer Lage als Mittelstreckenraketen eingesetzt werden. Dafür können sie ganz einfach umgebaut werden, obwohl sie ursprünglich für einen Abfangeinsatz gedacht sind“, so Solomonow.

    Dem Generalkonstrukteur zufolge kann jede Standart-Rakete je nach Zuladung von 500 bis zu 1000 Kilometer überwinden.

    „Und was 'diesen Freunden' in den Sinn kommt, ist absolut ungewiss. Ich habe schon immer gesagt, dass diese Situation nicht vorauszusagen ist. Deswegen treten auch unser Präsident und das Außenministerium dagegen auf, und deswegen wird es breit diskutiert. Man kann es vor dem Hintergrund solcher Ungewissheit natürlich nicht akzeptieren, dass derartige Systeme in der Nähe von unseren Grenzen stationiert werden“, so Solomonow weiter.

    „In dem Sinne haben der Präsident und die Militärführung unseres Landes vollkommen Recht, dass dies eine Bedrohung für unsere strategischen Nuklearkräfte darstellt. Damit ist nicht gemeint, dass sie unsere Raketen abschießen, sondern die Lenkmittel, die diese Raketen lenken, vernichten können. In dem Sinne ist es eine direkte Bedrohung. Man kann dem nicht widersprechen“, sagte Solomonow.

    Dem Generalkonstrukteur zufolge ist die Stationierung der US-Raketenabwehr in Osteuropa „eine Provokation schlechthin, auf die man auch reagieren, auf die entsprechenden Gegenmaßnahmen zurückgreifen muss“.

    In einer Beratung zur Entwicklung der Militärbranche in Russland am 13. Mai hatte der russische Präsident Wladimir Putin die Stationierung des US-Raketenabwehrsystems in Europa als einen weiteren Schritt zur Erschütterung des internationalen Sicherheitssystems und zur Aktivierung des neuen Wettrüstens bezeichnet. Es seien keine Verteidigungssysteme, sondern „ein Teil des strategischen Nuklearpotentials der USA, der an die Peripherie verlegt wird.“

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    Rakete, Raketenabwehr, Juri Solomonow, USA, Russland