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    Eine Mitteilung mit Osama bin Laden

    Türkischer Oppositionspolitiker deckt IS-Terror-Skandal auf

    © AFP 2019 / Jimin LAI JIMIN LAI
    Politik
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    Bis zu 80 Prozent der IS-Terroristen aus der Türkei in Syrien kehren wieder straffrei zurück, wie der türkische Oppositionspolitiker Eren Erdem im Exklusiv-Interview für Sputniknews sagte. Dabei seien die türkischen Sicherheitskräfte stets im Bilde über alle Kämpferbewegungen. Das sollen frisch aufgetauchte Dokumente belegen.

    Erdem, Abgeordnete von der Republikanischen Volkspartei in der Türkei, hat jüngst die passive Politik der türkischen Regierung gegenüber der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) nachgewiesen: Mit einem über 400-seitigen Dokument belegt er per Spracherkennung Telefongespräche über IS-Tätigkeit auf türkischem Boden. Unter anderen soll auch Ilhami Balo, einer der gefährlichsten Terror-Kämpfer von türkischen Sicherheitsdiensten abgehört worden sein.

    Das Beweisstück enthält Informationen über sämtliche Bewegungen der Dschihadisten, ihre konkreten Positionen, beispielsweise in welchen Hotels sie unterkamen, ihre Werbearbeit, Trainingslager sowie Grenzübergänge, über die die Kämpfer nach Syrien gelangen. Die türkische Regierung ergreife jedoch keinerlei Maßnahmen, so Erdem.

    „In einem Telefongespräch berichtet ein Terrorist von seiner Position, nennt das Hotel, wo er weilt. Dabei schickt die Sicherheitsbehörde weder ihre Leute ins Hotel, noch nimmt sie den Terroristen fest“, erzählt Erdem.

    Die veröffentlichten Dokumente enthalten des weiteren Angaben zu medizinischen Behandlungen von Terroristen in der Türkei sowie zu diesbezüglichen angedachten Sparmaßnahmen in Reihen der Terroristen. Darunter seien Telefongespräche, in denen Extremisten laut Erdem mitteilen, „wie viele Verwundete in welches Krankenhaus geliefert worden seien. Nachdem sich die Terroristen einer Therapie unterzogen haben, fragt der Gruppenführer nach dem Preis. Er bekommt als Antwort: ‚Wir haben dem Krankenhaus 18.000 Dollar gezahlt.‘ Der Kommandeur erwidert: ‚Ihr habt zu viel gezahlt. Ihr müsstet ein günstigeres Krankenhaus aufsuchen.‘“

    „In der Türkei kann man heute jeden beliebigen Menschen des Terrorismus beschuldigen, wer Flyer auf der Straße verteilt oder eine Akademikerpetition unterschrieben hat. Derweil setzen die echten Terroristen ihre Tätigkeit einfach fort“, so Erdem gegenüber Sputniknews.

    Der Politiker rief dazu auf, „die Dinge beim Namen zu nennen“: Für das Schweigen der türkischen Regierung über die abgehörten IS-Telefonate hat er nur eine Erklärung: Betrug. „Terroristen benutzen die Türkei als ein großes Handels- und Wellnesszentrum“, erklärte Erdem.

    „Die Augen vor der blutigen Tätigkeit der Terroristen zu verschließen ist klarer Betrug“, schloss der Politiker.

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    Tags:
    Islamischer Staat, Eren Erdem, Türkei