03:53 05 Dezember 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    2629
    Abonnieren

    Die Fraktion der Radikalen Partei in der Werchowna Rada, dem Parlament der Ukraine, hat am Dienstag wegen der Offshore-Affäre erneut die Rednertribüne blockiert, allerdings setzen die Abgeordneten ihre Tätigkeit im gewohnten Regime fort.

    In den von der Süddeutschen Zeitung unlängst veröffentlichten Dokumenten aus der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca mit Sitz in Panama, die laut der Zeitung beweisen sollen, dass mehrere Spitzenpolitiker und ihr Umfeld in Offshore-Firmen verwickelt sind, war auch der Name des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko erwähnt worden. Abgeordnete der Radikalen Partei hatten in diesem Zusammenhang in der letzten Woche die Rednertribüne blockiert, was die übrigen Abgeordneten aber nicht an ihrer Arbeit hinderte. 

    Etwa zehn Abgeordnete der Radikalen Partei haben zusammen mit ihrem Chef Oleg Ljaschko vor Sitzungsbeginn heute Morgen erneut die Rednertribüne blockiert. Sie fordern die Bildung einer Sonderkommission zur Untersuchung des Offshore-Skandals. Die zweite Forderung dieser Partei ist die Rückkehr zum ermäßigten Gaspreis für die Ukrainer

    Ljaschko hatte zuvor die Absicht geäußert, einen Misstrauensantrag gegen den Präsidenten der Ukraine wegen dessen Offshore-Tätigkeit zu initiieren.

    Laut der Publikation in der Süddeutschen Zeitung soll Poroschenko im Jahr 2014 angeblich eine Offshore-Firma auf den Virgin-Islands gegründet haben, um sein Business in treuhänderische Verwaltung zu übergeben. Wie der Präsident sagte, freue er sich über eine beliebige Untersuchung seiner Offshore-Tätigkeit und besitze keinerlei verborgene Konten. Er erläuterte, dass die Gründung von Offshore-Firmen nötig gewesen wäre, um sein Schokoladen-Unternehmen Roshen an einen "blind Trust" zu übergeben, eine treuhänderische Verwaltung mit hoher Diskretion, da nach den ukrainischen Gesetzen eine solche Prozedur auf eine andere Art und Weise nicht möglich gewesen wäre.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Enthüllungsplattform gegen CNN im Streit über vertuschte Biden-Affäre
    „Von Sahel über das Mittelmeer bis in den Osten“: Maas stimmt Deutsche auf Kooperation mit USA ein
    Grenzdurchbruch aus Ukraine: Bewaffnete Gruppe will nach Russland eindringen
    Österreichs Kanzler Kurz: Migranten „importierten“ Corona-Fälle durch Heimatbesuche
    Tags:
    Offshore-Zonen, Petro Poroschenko, Oleg Ljaschko, Ukraine