18:32 15 November 2019
SNA Radio
    Ukrainische Krim-Blockierer an der Grenze zur Halbinsel (Archivbild)

    Krim sucht nach „Destabilisierungskommando“ aus Ukraine

    © REUTERS / ATR via Reuters TV
    Politik
    Zum Kurzlink
    3119202
    Abonnieren

    Einen Tag vor der Trauerfeier für die Opfer der Deportation der Krimtataren befürchtet die Regierung der Schwarzmeerhalbinsel Provokationen. Nach Angaben der Behörden sollen aus der benachbarten Ukraine bereits Dutzende Extremisten eingedrungen sein, um die Situation zu destabilisieren.

    Rund 30 Radikale seien über Perekop (Grenzort zwischen der Krim und der Ukraine) eingedrungen, teilte Ruslan Balbek, Vizepremier der Krim, am Dienstag mit. „Wir haben genaue Hinweise bekommen. Die Rechtschutzbehörden gehen ihnen bereits nach“, so Balbek weiter.

    Nach seinen Worten haben die Eindringlinge „vom Terroristen Lenur Isljamow Anweisungen bekommen“, um während der Trauerveranstaltungen die Situation zu destabilisieren. Die Staatsanwältin der Krim, Natalja Poklonskaja, sieht ihrerseits keinerlei Grund für Besorgnis. „Es wird keine Unruhen geben. Es gibt keinen Grund für Panik“, sagte die 36-Jährige.

    Auf der Krim leben rund 260.000 Tataren. Sie machen rund ein Zehntel der Gesamtbevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel aus, die sich nach einem Referendum im März 2014 mit Russland wiedervereinigt hat.

    Krim-Tataren
    © Sputnik / Artem Kreminsky
    Ein Monat nach dem Referendum unterschrieb Russlands Präsident Wladimir Putin einen Erlass über die Rehabilitierung der Krim-Tataren und anderer Völker der Schwarzmeerhalbinsel, die von stalinistischen Repressalien betroffen waren. Putin versprach den Krimtataren systematische Maßnahmen auf Staatsebene zur kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Rehabilitierung ihres Volkes.

    Lenur Isljamow war nach dem Beitritt der Krim zu Russland zum Vizepremier in der neuen Regierung der Halbinsel ernannt worden, wurde jedoch nach knapp zwei Monaten im Amt wegen Dienstversäumnissen entlassen. Daraufhin setzte sich Isljamow nach Kiew ab und nahm die ukrainische Staatsbürgerschaft an. Als einer der Leiter der Kiewer Extremistenorganisation "Medschilis der Krimtataren" koordiniert er die seit September 2015 andauernde ukrainische Lebensmittel- und Stromblockade der Krim.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Niedriger Menschentyp“: Kiewer Nationalisten pöbeln gegen ukrainische ESC-Siegerin
    Krim-Staatsanwältin: ‚Demokratischer‘ Krimtataren-Verband soll in USA umsiedeln
    Krimtararen verurteilen Kiewer Lebensmittel-Blockade
    Tags:
    Lenur Isljamow, Krim, Russland, Ukraine