09:57 17 Oktober 2018
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    Die stellvertretende US-Außenministerin Victoria Nuland (Archivbild)

    Victoria Nuland verbindet Moskau-Blitzbesuch mit Pelmeni-Essen

    © REUTERS / Pablo Martinez Monsivais
    Politik
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    Victoria Nuland, die Abteilungsleiterin für Europa im US-Außenministerium, hat Moskau besucht und sich hier mit Präsidentenberater Wladislaw Surkow und Vizeaußenminister Sergej Rjabkow getroffen. Wie sie gegenüber der Presse sagte, waren die Gespräche konstruktiv gewesen.

    Vor ihrem Rückflug habe sie es noch geschafft, in einem Moskauer Café Pelmeni zu essen. 

    Im Mittelpunkt ihrer Gespräche bei dem Kurzbesuch in Moskau stand die Ukraine-Krise. Es wurden Fragen berührt, die mit der Umsetzung der Vereinbarungen von Minsk und mit dem Zustand der bilateralen Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten verbunden sind.

    Wie Nuland sagte, waren die Kontakte konstruktiv gewesen. „Ich fliege nach einer konstruktiven Verhandlungsrunde nach Hause. Es ist sehr wichtig, das Gespräch in Gang zu halten, zu versuchen, die Probleme gemeinsam zu lösen“, resümierte die Staatssekretärin, die das Russland-Ukraine-Dossier im US-Außenamt verantwortet,  die Ergebnisse ihres Moskau-Besuchs.

    Ferner betonte sie, dass Washington auf einer schnellstmöglichen Erfüllung der Vereinbarung von Minsk bestehe. „Es ist jetzt an die Zeit, Gas zu geben und  diese Vereinbarungen endlich erfüllt zu sehen“, zitiert die Agentur RIA Novosti  Nuland. 

    Wie sie ergänzte, könnte der Westen nach der Erfüllung der Vereinbarungen die gegen Russland verhängten Sanktionen aufheben. Zugleich gab sie zu verstehen, dass die USA die Wahlergebnisse im Donbass nicht anerkennen würden, da sie den ukrainischen Standards nicht entsprechen würden.

    Laut dem Amerika-Experten Dmitri Michejew hat Washington Nuland die Aufgabe gestellt, den Konflikt im Osten der Ukraine einzufrieren, „damit er nicht aufflammt und damit Poroschenko nicht auf die Idee kommt, eine Offensive gegen den Donbass zu starten. Die  Vereinbarungen von Minsk sind die einzige Methode, den Konflikt einzufrieren.“,  Dabei merkte er im Gespräch mit Radio Sputnik an, dass diese Entscheidung der US-Behörden mit den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten verbunden sei.

    Wladimir Putins Pressesprecher Dmitri Peskow sagte, dass das Treffen von Victoria Nuland mit Surkow „keine Ergebnisse bringen sollte“: „Es war ein kurzer Meinungsaustausch. Sie wissen, dass die USA kein Teilnehmer des Normandie-Prozesses sind, so dass die Entscheidung getroffen wurde, Informationen aus erster Hand auszutauschen, einen solchen Mechanismus für den Meinungsaustausch zu schaffen.“

    Vor dem Rückflug in die USA soll sich die  Beraterin des US-Außenministers in eines ihrer liebsten Moskauer Restaurants begeben haben, um Pelmeni zu essen.

    „Nuland kann Moskau nicht besuchen, ohne in ihrem geliebten Restaurant Pelmeni zu essen“, twitterte der amerikanische Botschaftssprecher William Stephens.

    Im April hatte Nuland Kiew besucht, wo sie ebenfalls die Erfüllung der Vereinbarungen von Minsk erörterte. Insbesondere soll sie Kiew beim Treffen mit Parlamentsabgeordneten aufgefordert haben, dem Donbass einen Sonderstatus zu gewähren.

    „Das US-Außenministerium besteht darauf, dass die Ukraine Veränderungen in die Verfassung einbringen muss“, äußerte die Vertreterin der Selbsthilfe-Partei Viktoria Wojzizkaja.

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    Tags:
    Victoria Nuland, Moskau, Russland, USA