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10:13 19 September 2019
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    US-Flugabwehrraketensystem vom Typ Patriot (Archivbild)

    Frankreich lehnt US-Dominanz bei Raketenabwehr in Europa ab - Medien

    © Flickr/ US Military
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    US-Raketenabwehr in Europa (57)
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    Die Behörden von Frankreich sind gegen die Übergabe der europäischen Raketenabwehr, gegen deren Errichtung Russland auftritt, unter die Kontrolle der Nato. Die Franzosen brauchen eine Garantie, dass die Raketenabwehr tatsächlich von der Nato und nicht von den USA kontrolliert wird, schreibt das "Wall Street Journal".

    In Washington fürchtet man, dass Moskau die mögliche Uneinigkeit der Nato-Länder bei den wichtigsten Themen als Schwäche der Allianz deuten könnte. Sollte beim bevorstehenden Nato-Gipfel in Warschau keine Einigung erreicht werden, würde Russland das als einen Erfolg für sich verbuchen, so das "Wall Street Journal".

    Moskau habe mehrfach gegen diese Pläne protestiert, weil sie aus Moskauer Sicht ein Element zur Eindämmung Russlands seien, so die Zeitung weiter. Nato-Vertreter beteuern allerdings, die Raketenabwehr sei nicht gegen Russland gerichtet, sondern bezwecke die Eindämmung solcher Länder wie der Iran. 

    Mehr zum Thema: Stratfor-Chef: US-Raketenabwehr in Rumänien sinnlos gegen Russland

    Unter Berufung auf einen französischen Beamten, der anonym bleiben wollte, schreibt das "Wall Street Journal", in Paris sei man über die Kommando- und Kontrollmechanismen über die Raketenabwehr im Rahmen der Nato sowie über die potenzielle Aufteilung der Verantwortung beunruhigt, falls die Raketenabwehr zum Einsatz kommen sollte. Das Nato-Kommando- und Kontrollsystem sei nicht bereit, ein solches Projekt zu übernehmen, so dass in der Tat die USA weiterhin das Sagen haben würden. „Das System ist einfach nicht reif genug, um eine kollegiale Kontrolle seitens der Nato zuzulassen“, so der Beamte in Paris.

    Das "Wall Street Journal" präzisierte, dass die geringe Anflugzeit ballistischer Raketen vom Kommando sehr schnelle und sehr gut abgestimmte Handlungen verlange. In Washington sagte man in diesem Zusammenhang, die Nato-Regeln zum Raketenabfangen würden in Kraft treten, sobald die Allianz die Kontrolle übernommen habe.

    Den wichtigsten Teil des europäischen Raketenabwehrsystems bilden der im Mai eröffnete Stützpunkt mit Abfangraketen in Rumänien, eine in der Türkei befindliche Radaranlage und mehrere vor der spanischen Küste weilende US-Zerstörer mit entsprechenden Abfanganlagen. US-Raketenabwehrkomplexe sind auch auf dem Stützpunkt Ramstein (Deutschland) stationiert, der auf Kosten der Nato errichtet wurde.

    Die europäische Raketenabwehr soll planmäßig bis 2023 vollständig in Betrieb genommen werden, wenn der Raketenabwehrstützpunkt in Polen fertiggestellt ist.

    In Washington behauptet man, die Aufstellung der Raketenabwehr unmittelbar an den russischen Grenzen sei für die Neutralisierung möglicher Angriffe seitens des Irans und Nordkoreas nötig. In Russland betrachtet man solche Initiativen als eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Präsident Wladimir Putin verlangte in einer Beratung am 13. Mai, solche Gefahren (gemeint war die Eröffnung des Raketenabwehrstützpunktes in Rumänien) einzudämmen.

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    Tags:
    Raketenabwehr, NATO, USA, Frankreich