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    72. Jahrestag der Krimtataren-Deportation: Trauerfeier in Bachtschyssaraj, 18. Mai 2016 Krim

    „Euronews lügt“ - Moskau fordert Entschuldigung

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    Politik
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    Euronews hat in einem Bericht über die Deportation der Krim-Tataren vor 72 Jahren die Zahl der Deportierten verzehnfacht. Moskau sieht darin eine absichtliche Irreführung des westlichen Publikums und fordert von dem europäischen Nachrichtensender eine Entschuldigung.

    Im Mai 1944 waren bis zu 200.000 Krim-Tataren nach Zentralasien deportiert worden. Zu diesem Anlass finden auf der Krim in diesen Tagen mehrere Trauerveranstaltungen statt. Euronews hat in einem Bericht dazu die Zahl der Deportierten auf das Zehnfache „erhöht“.

    Während auf der russischsprachigen Euronews-Seite noch die korrekte Zahl von 200.000 steht, heißt es in dem englischsprachigen Bericht vom 19. Mai, „zwei Millionen“ Krimtataren seien deportiert worden. Moskau sieht darin keinen Zufall und fordert eine formelle Entschuldigung.

    Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marina Sacharowa, schrieb in ihrem Facebook-Profil: „Das ist weder ein Tippfehler noch eine zufällig dazugeschriebene Null, denn die zwei Millionen sind im englischsprachigen Text in Worten geschrieben.“ Und weiter: „Wollen wir die Sache beim Namen nennen: Das ist weder Doppelmoral noch Voreingenommenheit mehr, sondern Lüge.“

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    © Foto : Euronews/Screenshot
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    Zum Zeitpunkt der Anfertigung dieses Artikels hat Euronews in dem Bericht die zwei Millionen auf 200.000 korrigiert.

    Laut der Volkszählung von 1939 lebten auf der Krim zu Beginn des Krieges insgesamt 1,1 Millionen Menschen, davon rund 19 Prozent Krimtataren.

    Gegenwärtig leben rund 260.000 Tataren auf der Krim. Sie machen rund ein Zehntel der Gesamtbevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel aus, die sich nach einem Referendum im März 2014 mit Russland wiedervereinigt hat.

    Ein Monat nach dem Referendum unterschrieb Russlands Präsident Wladimir Putin einen Erlass über die Rehabilitierung der Krim-Tataren und anderer Völker der Schwarzmeerhalbinsel, die von stalinistischen Repressalien betroffen waren. Putin versprach den Krimtataren systematische Maßnahmen auf Staatsebene zur kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Rehabilitierung ihres Volkes.

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    Tags:
    Euronews, Maria Sacharowa, Krim, Russland