03:51 26 Juni 2017
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    Ein F-18-Kampfjet auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln

    NI: US-Army liegt in „Agonie“

    © Flickr/ Josh Hallett
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    Die amerikanische Armee zerfällt, schreibt Justin Johnson in einem Artikel für das US-Journal National Interest. Nach seiner Einschätzung hat die radikale Kürzung der Finanzierung die amerikanischen Streitkräfte in „Agonie“ versetzt.

    In den vergangenen fünf Jahren sei der Verteidigungsetat der USA um ein Viertel gekürzt worden, was fatale Folge habe, meint der Autor des Artikels. Als Beweis führt er die Hauptmerkmale dieser „Agonie“ an.

    Als erstes Merkmal nennt er, dass die US-Marineinfanteristen zu äußersten Maßnahmen genötigt seien – sie müssten ausgemusterte Ersatzteile für die F-18-Kampfjets nutzen. Nur 30 Prozent der Flugzeuge wären deshalb wirklich einsatzfähig, schreibt er.

    Die Bombenflugzeuge B-1 sollen dem Autor zufolge nur dank der ausgemusterten Exponate noch in betriebsfähigem Zustand sein. Probleme gebe es auch bei den berühmten Jagdflugzeugen F-16. Da die erforderlichen Ersatzteile nicht für alle Maschinen reichen würden, könnten sie nur der Reihe nach fliegen. Letztendlich sei nur die Hälfte der Staffeln der US-Luftwaffe gefechtsbereit, schlussfolgert der Autor.

    Die Pilotenausbildung lasse ebenfalls zu wünschen übrig, meint er, denn statt der 25 bis 30 Flugstunden pro Monat hätten die Piloten des Marineinfanterie-Korps nicht mehr als vier Stunden Flugpraxis. Das alles hätte dazu geführt, dass sich in den letzten zehn Jahren die Zahl der Havarien bei Flugapparaten des Marineinfanterie-Korps verdoppelt habe.

    Ein weiteres Anzeichen für eine „Agonie“ sieht der Autor darin, dass zwei Drittel der Brigaden der US-Streitkräfte nicht zu einem realen Kampf bereit seien. In den letzten Jahren soll es in den Landstreitkräften der Vereinigten Staaten beispiellose Kürzungen gegeben haben. Die Mannschaftsstärke der Infanterie befindet sich laut dem Autor jetzt auf einem ähnlichen Stand wie am Vorabend des Zweiten Weltkrieges.

    Ein weiteres Anzeichen sei der Mangel an Militärtechnik bei der Kriegsmarine. Statt der erforderlichen 375 Schiffe würde sie nur über 273 Schiffe verfügen.

    Schließlich weist der Autor auch darauf hin, dass die moralisch wie technisch veralteten Langstreckenbomber B-52 immer noch im Einsatz wären, obwohl sie schon mehr als 50 Jahren als wären.

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    Tags:
    B-52, F-16, B-1, F-18, Justin Johnson, USA