08:46 21 Februar 2020
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    Die für Weltraumprojekte zuständige russische Staatsholding Roskosmos hat einem Zeitungsbericht zufolge darauf verzichtet, an der diesjährigen Luft- und Raumfahrtmesse im britischen Farnborough teilzunehmen. Schuld sind „künstliche Hürden“, die mit den Sanktionen gegen Russland zusammenhängen.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Mittwoch berichtet, hat die Holding Roskosmos ihre Unternehmen in einem Brief informiert, dass eine Präsenz bei der am 11. Juli beginnenden Messe in Farnborough nicht geplant ist.

    Das Blatt zitiert aus dem Brief, der von Roskosmos-Vizechef Sergej Saweljew unterzeichnet ist: „Im Jahr 2015 weigerte sich die britische Seite, russische Unternehmen zur Teilnahme an der Rüstungsmesse DSEI-2015 zuzulassen, obwohl die Anträge rechtzeitig gestellt worden waren. Die Engländer erklärten ihre damalige Entscheidung offiziell damit, dass eine Teilnahme russischer Organisationen und Vertreter aus dem Verteidigungs- und Sicherheitsbereich an Messen in Großbritannien unmöglich sei, und zwar wegen der Sanktionen, die von der britischen Regierung eingeführt wurden, sowie wegen der Einschränkung der militärtechnischen Zusammenarbeit.“

    Nun befürchtet Roskosmos laut Saweljew eine Wiederholung jener Situation: „Praktisch alle Mitglieder unserer Delegation werden offenbar auf eine Reihe von Hürden stoßen, die von den Engländern künstlich aufgebaut werden, darunter auf zahlreiche Ablehnungen von Visumanträgen, sowie auf Verzögerungen bei der Erteilung von Einfuhr-Genehmigungen für Ausstellungsstücke. Vor diesem Hintergrund hält der Geschäftsführer der Staatsholding Roskosmos eine Teilnahme an der Luft- und Raumfahrtmesse Farnborough 2016 für unzweckmäßig. “

    Auch der russische Waffenexporteur Rosoboronexport plant keine Präsenz in Farnborough. Die Staatsholding Rostec hat noch nicht entschieden. Deren Vizechef Nikolaj Wolobujew sagte dem Blatt: „Wir planen zwar eine Teilnahme, aber nicht besonders groß angelegt. Vorerst ist allerdings keine endgültige Entscheidung gefallen. Wir nehmen an allen großen internationalen Ausstellungen teil. Wenn es aber im Rahmen der Sanktions-Politik erneut zu einem Druck wie voriges Mal kommt – wozu brauchen wir dann eine solche Teilnahme? In solchen politisch engagierten Situationen verzichten wir darauf.“

    Das einzige russische Staatsunternehmen, das eine Präsenz in Farnborough eindeutig plant, ist im Moment die Flugzeugbau-Holding UAC. Ein Sprecher erläuterte: „Wir wollen ein Chalet in Farnborough einrichten, um den Superjet vorzustellen. Mit Hilfe der Holding Irkut wollen wir außerdem eine Ausstellung organisieren, die dem neuen Flugzeug MS-21 gewidmet sein soll.“

    Wie die Zeitung schreibt, haben Roskosmos-Delegationen in den letzten Jahren regelmäßig Probleme mit Visa – nicht nur in Großbritannien. Im Juli 2015 hatten beispielsweise nur zwei der zehn Delegationsmitglieder rechtzeitig Visa bekommen, um an einer Veranstaltung des UN-Gremiums für Satellitennavigation in Australien teilzunehmen.

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    Ms-21, Farnborough-Messe, Roskosmos, Sergej Saweljew