19:12 29 März 2017
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    Migranten aus dem Nahen Osten auf dem Westbahnhof in Wien (Archivbild)

    Österreich wird Kontrolle seiner Grenze bei Scheitern des Flüchtlingsdeals verstärken

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    Migrationsproblem in Europa (1261)
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    Österreich wird die Grenzkontrollen zu seinen Nachbarländern verstärken, falls das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei scheitern sollte, wie der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil am Mittwoch sagte.

    Es gebe verschiedene Szenarien, wie sein Land in einem solchen Fall reagieren könne, zitiert Die Presse den Verteidigungsminister. Verstärkte Grenzkontrollen seien eines davon. Solche Maßnahmen seien aber mit den Nachbarländern im Voraus zu vereinbaren.

    Während 2015 rund 90.000 Asylanträge in Österreich gestellt worden waren, wollen die Behörden ihre Zahl in diesem Jahr auf 37.500 beschränken.

    Medienberichten zufolge kann die EU die Visa-Freiheit für türkische Bürger 2016 infrage stellen. Vor diesem Hintergrund hatte Recep Tayyip Erdogan am Dienstag angekündigt, Ankara könne das Abkommen zur Rücknahme von Flüchtlingen einstellen, bis es Fortschritte bei den Visagesprächen gebe.  Zudem drohte ein Berater des türkischen Präsidenten im Fernsehen mit der Aufkündigung aller Abkommen mit der EU.

    Laut dem Flüchtlingsdeal sollen alle Einwanderer, die ab dem 20. März illegal nach Griechenland eingereist sind, in die Türkei zurückgeschickt werden. Im Gegenzug werden die EU-Länder für jeden Ausgewiesenen einen legalen syrischen Flüchtling aufnehmen. Dafür sollte die Türkei eine zusätzliche Finanzierung  in Höhe von drei Milliarden Euro erhalten. In Aussicht wurde auch die Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche gestellt.

    Dadurch hofft die EU-Führung dem Schleusergeschäft Einhalt zu gebieten und den gefährlichen Migrantentransport über die Ägäis zu stoppen, weil die Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten werden, ihre Asylanträge vom türkischen Gebiet aus zu stellen. Damit soll der Flüchtlingszuzug über die Türkei  und die Ägäis nach Griechenland reduziert werden.

    Die Kritiker des Abkommens befürchten ihrerseits  das Risiko von massenhaften und unbegründeten Ausweisungen. Außerdem werde der Austausch illegaler Migranten gegen legale syrische Flüchtlinge die Gesamtzahl der Flüchtlinge in Europa nicht reduzieren.

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    Migrationskrise, Migranten, Grenzkontrolle, Flüchtlingsdeal, Recep Tayyip Erdogan, Hans Peter Doskozil, Türkei, Österreich, Europäische Union
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    Alle Kommentare

    • avatar
      Joesi
      gut so!!!!!
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      - Ja, Grenzen zu und Sanktionen gegen den Erdowahn. Mal seh‘n, wie lange das türkische Volk sich dann den Erdowahn noch leisten will. Das wäre dann die Chance für die EU dem Erdowahn den Weg zu weisen!
    • srbination_1
      Es knarzt und knirscht gewaltig im EU-Gebälk!!
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      Die meisten Ausländer werden nun von Afrika: Lybien als Wirtschaftsflüchtling Asylmißbrauch und Syrien über Italien
      versuchen nach Österreich und Deutschland zu kommen !
      Österreich soll jetzt sofort schon klugerweise Seine Grenzen zu Italien
      kontrollieren und Grenzpatroulllien zu Italien durchführen um Drogen,Waffen und
      Terroristen mit Erfolg besser zu bekämpfen !
      Abschiebungen gegen krimminelle Asylmißbraucher aus Afrika und der Türkei sind teuer
      --- deswegen verdächtige dunkel gefärbte Ausländer an der Grenze kontrollieren und
      bei Illegalität in Abschiebehaft zurück nach Afrika bringen !
      +++
      Gruß zur FPÖ nach Österreich und die klugen vernünftigen Österreicher
      als deren Wähler !
    • zimbo
      Die EU schleppt weiter üher den Seeweg.
    • zimbo
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