20:43 18 November 2017
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    Die IS-Fahne, aufgepflanzt auf einem abgeschossenen Regierungsjet im Raum der syrischen Stadt Al-Rakka

    Türkischer Außenminister: „US-Soldaten sollen IS-Abzeichen tragen“

    © AP Photo/ Raqqa Media Center
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    Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat den Vereinigten Staaten „Doppelstandards und Heuchelei“ vorgeworfen, wie die türkische Zeitung „Hürriyet Daily News“ heute berichtet.

    Mit der heftigen Kritik habe der Außenamtschef auf die Fotos eines US-Soldaten reagiert, schreibt die Zeitung. Auf den Fotos sei der Angehörige einer US-amerikanischen Sondereinheit mit den Abzeichen der Volksverteidigungseinheiten der syrischen Kurden abgebildet.

    „Es ist inakzeptabel, wenn ein Land – ein Verbündeter der Türkei – die YPG-Abzeichen verwendet“, erklärte Çavuşoğlu.

    Die USA demonstrierten eine rege Aktivität im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, so der Außenminister, und strebten dabei nach der Vormachtstellung. „Dann würden wir ihnen raten, sich bei Besuchen in anderen Gegenden Syriens die Abzeichen des Islamischen Staates, der Dschabhat al-Nusra und der Al-Qaida aufzunähen. Und wenn sie nach Afrika fahren, sollen sie sich die Chevrons von Boko Haram anheften“, äußerte der Minister laut dem türkischen TV-Sender NTV.

    Gestern erklärte der Pentagon-Sprecher Peter Cook, die US-amerikanischen Sondereinsatzkräfte würden diese Methode zur Tarnung verwenden. „Wenn sie in bestimmten Regionen aktiv sind, unternehmen sie alles in ihrer Kraft Stehende, um zu ihrem eigenen Schutz, zu ihrer eigenen Sicherheit nicht aufzufallen“, betonte Cook.

    Die Türkei kritisiert die Vereinigten Staaten seit langem wegen derer Politik gegenüber den aufständischen Kurden in Syrien und im Irak. Ankara unterstellt den Gruppierungen, Ableger der in der Türkei als terroristisch verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei zu sein. Die USA hingegen kooperieren aktiv mit den kurdischen Formationen im Kampf gegen den IS.

    Mit Unterstützung US-amerikanischer Spezialeinheiten führen die kurdischen Verbände derzeit eine Operation zur Befreiung der syrischen Stadt Raqqa von IS-Kämpfern durch. Am vergangenen Dienstag wurde die Offensive begonnen. Am nächsten Tag wurde die Ankunft von rund 250 US-Soldaten samt schwerer Ausrüstung in der umkämpften Region bekanntgegeben.

    Am 20. Mai teilte Washington mit, dass der Oberbefehlshaber der USA im Nahen Osten, General Joseph L. Votel, zwecks Einsatzplanung zur Befreiung Raqqas Syrien im Geheimen besucht habe.

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