21:29 08 April 2020
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    Beziehungen Russlands mit den Nato-Staaten (247)
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    Die Bürgerbewegung „Svět bez válek a násilí“ (Welt ohne Kriege und Gewalt) hat sich in einem offenen Brief an die US-Militärangehörigen gewandt, die jetzt im Konvoi über tschechisches Territorium zu dem Nato-Militärmanöver „Saber strike“ ins Baltikum fahren.

    Wie Dana Feminová,  die Leiterin der in dieser Bürgerbewegung vertretenen gesellschaftlichen Organisation „Centrum Narovinu“, im Gespräch mit Sputnik Česká Republika sagte, beabsichtigen die Aktivisten, den Inhalt des Briefes den amerikanischen Soldaten zu übermitteln, darunter über die US-Botschaft in Tschechien.

    In dem offenen Brief werde vor allem deutlich gemacht, so Feminová, dass man für die in Friedenszeiten geborenen Kinder den Frieden erhalten wolle. Die US-Soldaten würden darin gebeten, Druck auf die eigene Regierung auszuüben, damit sie die amerikanischen Truppen in Europa nicht mehr zur Militarisierung des Bewusstseins der Kinder nutzen. Ja, die Kinder würden den Konvoi mit Freude begrüßen und gern auf die Panzer klettern. Die Maschinenpistolen seien für sie wie Spielzeug. Aber eben ein „Spielzeug“, das zum Töten geschaffen sei. „Früher haben sie die Kinder nur im Film gesehen, nun in der Realität, an die sie sich gewöhnen, was nicht normal ist.“

    Es sei zudem völlig offensichtlich, wer an der Demonstration der US-Militärtechnik im Herzen Europas interessiert sei, natürlich die Militärindustrie-Lobby, merkt Feminová an. Man wolle für neue Aufträge werben. Deshalb werde in dem offenen Brief die Bitte an die amerikanischen Soldaten gerichtet, sich nicht in gefährliche Spiele hineinziehen zu lassen, die letztendlich zur Entfachung eines militärischen Konflikts in Europa führen könnten. 

    Wie Feminová betont, hat der tschechische Verteidigungsminister, Martin Stropnický, versichert, dass der Konvoi eine Nato-Aktion sei und man ihn passieren lassen müsse. „Aber der Minister lügt, die Aktion wurde unmittelbar vom US-Militärkommando in Europa organisiert und nicht von der Nato“, betont sie. Sie verweist darauf, dass auch Übungen auf tschechischem Territorium vorgesehen seien. Außerdem sei es nicht nur eine Durchfahrt, sondern auch ein Aufenthalt ausländischer Truppen – mindestens für drei Tage, was nach tschechischem Gesetz vom Parlament genehmigt werden müsste, da es mehr als die erlaubten 48 Stunden seien. Die Regierung habe der Aktion jedoch einfach zugestimmt.

    „Das alles sind beunruhigende Signale einer Degradierung der Demokratie in Tschechien. Wir protestieren gegen den Konvoi, obwohl wir Sympathie für die Soldaten empfinden und uns freuen würden, sie in einer anderen Eigenschaft, zum Beispiel als Touristen, zu begrüßen. Heute wollen wir ihnen jedoch unsere Besorgnis mitteilen“, schloss Feminová.

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    Nato-Übung Saber Strike, NATO, Martin Stropnický, USA, Tschechien