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22:04 15 Juli 2019
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    Jerome Boateng

    AfD: „Presse lernt nicht aus Fehlern“ - Sportler für Anti-AfD-Kampagne missbraucht?

    © AFP 2019/ CHRISTOF STACHE / AFP
    Politik
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    Ein fremdenfeindliches Zitat des stellvertretenden Vorsitzenden der AfD, Alexander Gauland, über Nationalspieler Jérome Boateng hat für viel Empörung gesorgt. Nun bestreitet der AfD-Vize, den Fußballer je beleidigt zu haben.

    „Ich habe in dem vertraulichen Hintergrundgespräch die Einstellung mancher Menschen beschrieben, aber mich an keiner Stelle über Herrn Boateng geäußert, dessen gelungene Integration und christliches Glaubensbekenntnis mir aus Berichten über ihn bekannt sind.“, betont Gauland in seiner Erklärung“, weist Gauland den Vorwurf der fremdenfeindlichen Beleidigung zurück. Die AfD veröffentlichte sein Dementi im Twitter.

    Er habe nie, wie die FAS ihm vorwerfe, Herrn Boateng beleidigt. Er sei mit ihm ja gar nicht bekannt und er daher auch nicht auf die Idee kommen würde, ihn als Persönlichkeit abzuwerten, fügte er hinzu.

    „Ich bin natürlich kein Rassist", sagte Gauland später der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings halte er auch weiter an seinem Verständnis für migrationskritische Stimmen fest.

    „Die Presse lernt nicht aus ihren Fehlern und missbraucht Sportler für Anti-AfD-Kampagnen“, heißt es in einem AfD-Kommentar zu Gaulands Dementi.

    Gauland soll gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gesagt haben, dass Jérôme Boateng, dessen Vater aus Ghana stammte, als Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft sehr geschätzt würde, was jedoch nicht automatisch zu bedeuten habe, dass er nicht als fremd empfunden würde.

    Der AfD-Vize wurde mit folgenden Worten zitiert:  „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

    ​Kurz vor Start der Euro 2016 in Paris hatten die deutschen Nationalkicker jedoch nicht zum ersten Mal Probleme wegen des Migrationshintergrundes ihrer Eltern bekommen. Der Süßwarenkonzern Ferrero hat anlässlich der bevorstehenden Fußball-EM 2016 jüngst eine Sonderedition seiner Kinder-Schokoriegel auf den Markt gebracht: Auf der Verpackung sind Kinderbilder der deutschen Nationalspieler abgedruckt. Daraufhin empörten sich Anhänger einer Pegida-Ortsgruppe am Bodensee via Facebook, weil auch „nichtdeutsche“ Spieler abgebildet wurden, wie deutsche Medien berichteten.

    Auf den thematischen Verpackungen der beliebten Schokoriegel sind neben den Kinderbildern von Mario Götze, André Schürrle und Christof Kramer auch die von Ilkay Gündogan, dessen Eltern aus der Türkei stammen, und eben auch Jérôme Boateng zu sehen.

    Eine Reaktion seitens des Süßwarenherstellers Ferrero auf den Pegida-Post ließ nicht lange auf sich warten: „Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities", schrieb der italienische Süßwarenkonzern auf Facebook.

     

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    Tags:
    Nationalmannschaft, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Jerome Boateng, Alexander Gauland, Bayern, Deutschland