18:59 19 August 2017
SNA Radio
    Konflikt in Berg-Karabach

    Feuerpause auf Zeit: Was passiert mit Berg-Karabach nach Formel-1-Grand-Prix in Baku?

    PAN Photo
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 831131

    Mehrere Experten knüpfen die gegenwärtige Waffenruhe in der nicht anerkannten Republik Berg-Karabach an den für die zweite Junihälfte in Baku geplanten Formel-1-Grand-Prix Europa. Aber was kommt dann?

    Nach Abschluss des Formel-1-Rennens könnte Aserbaidschan den Beschuss der Stellungen der Berg-Karabach-Armee weiter fortsetzen, wie dies bereits bis Mitte Mai gewesen war. Dies berichten mehrere Medien unter Berufung auf namentlich nicht genannte Politikwissenschaftler.

    Unterdessen meldete Aserbaidschans Verteidigungsministerium seit Montag 33 Verstöße gegen die Waffenruhe durch armenische Militärs, wie der Pressedienst der Behörde mitteilte.

    Seinerseits berichtete der Pressedienst des Verteidigungsministeriums von Berg-Karabach, in der Nacht auf Dienstag sei an der Berührungslinie der Waffenstilltand im Allgemeinen erhalten worden. Nur einzelne Schüsse seien von aserbaidschanischer Seite aus abgefeuert worden. 

    Der jahrelange Konflikt um die Region Berg-Karabach war am 2. April neu aufgeflammt. Beide Seiten werfen einander den Beschuss ihrer Positionen vor. Im Laufe von drei Tagen wurden etwa 120 aserbaidschanische und armenische Soldaten getötet. Am 5. Mai wurde eine Waffenruhe ausgehandelt, die bislang äußerst brüchig ist. 

    Ситуация в зоне карабахского конфликта
    © Sputnik/ PAN Photo/Vagan Stepanyan
    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Berg-Karabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Berg-Karabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Berg-Karabach aus, zu der das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Darauf kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Berg-Karabach sowie vollständig bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. In dem Konflikt kamen geschätzt rund 30 000 Menschen ums Leben.

    Zum Thema:

    Gespräch Lawrow-Steinmeier: Karabach-Konflikt hat keine militärische Lösung
    Kämpfe in Berg-Karabach: Armeniens Präsident warnt vor großangelegtem Krieg
    Berg-Karabach: Selbstfahrlafetten rollen durch Stepanakert - VIDEO
    Karabach-Konflikt eskaliert wieder – beide Seiten setzen schwere Waffen ein
    Tags:
    Konflikt, Waffenruhe, Formel-1-Grand-Prix Europa, Minsker OSZE-Gruppe, Frankreich, Russland, USA, Berg-Karabach, Armenien, Aserbaidschan
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren