04:49 21 August 2017
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    Chinesische Seestreitkräfte (Archivbild)

    Peking an Pentagon: China spielt in US-Militär-Film nicht mit

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    Politik
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    China und USA auf Konfrontationskurs (73)
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    Am Dienstag soll US-Verteidigungsminister Ashton Carter zu einer Sicherheitskonferenz nach Singapur reisen. Dort will er laut US-Medien vor allem Kritik an Chinas „Expansionspolitik im Südchinesischen Meer“ üben. China kritisierte seinerseits die Kalter-Krieg-Denkweise des Pentagon-Chefs.

    „Die Länder der Region – unsere Verbündeten, Partner und nicht Angeschlossenen – bringen ihre Besorgnis (über Chinas Politik – Anm. d. Red.) öffentlich und auf höchster Ebene zum Ausdruck“, so Carter im Vorfeld seiner Reise. Mit seinen Aktivitäten in der Region riskiere China, „eine Große Mauer der Isolation“ um sich herum zu errichten.

    Die amtliche Vertreterin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, wies laut Medienberichten diese Vorwürfe scharf zurück: Carters Äußerungen spiegelten stereotype US-Denkweise und US-Hegemonie wider. In den USA gebe es Menschen, die zwar physisch im 21. Jahrhundert lebten, deren Köpfe aber in der Zeit des Kalten Kriegs steckengeblieben seien. Die Worte über „die Große Mauer der Isolation“ nannte die Sprecherin einen Versuch, die US-Pläne zur Verlegung zusätzlicher Streitkräfte in die asiatisch-pazifische Region zu verdecken.

    „China ist weder an einer Form des Kalten Krieges interessiert, noch wollen wir eine Rolle in einem Hollywood-Film unter der Regie gewisser US-Militärbeamten spielen“, so Chunying.

    Zugleich betonte sie, China habe keine Angst vor Aktivitäten, die die Souveränität und Sicherheit Chinas bedrohten und werde diesen entschieden entgegenwirken.

    Seit seinem Amtsantritt 2015 kritisiert Carter Peking konsequent wegen der umstrittenen Spartly-Inseln, die China als sein Hoheitsgebiet betrachtet. Die Inseln werden außerdem von Ländern der Region wie Brunei, Vietnam, Malaysia und den Philippinen beansprucht.

    Die Vereinigten Staaten beschuldigen China regelmäßig der Militarisierung des Südchinesischen Meeres. Peking hingegen weist diese Vorwürfe als unbegründet zurück. Washington erkennt den Anspruch Chinas auf die Inselgruppen nicht an und besteht auf dem Recht „Flugzeuge und Schiffe überall dort einzusetzen, wo es vom Völkerrecht erlaubt ist“. Beide Seiten demonstrieren in regelmäßigen Abständen ihre militärische Präsenz in der Region.

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    Tags:
    Territorialstreit, Kalter Krieg, Pentagon, China, USA