05:58 24 September 2020
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    Die unnachgiebige Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan setzt seinem Land finanziell stark zu: Wegen des beschädigten Images des Landes ist die Zahl der Touristen drastisch eingebrochen, wie Die Welt berichtet.

    In der Türkei schwinge sich Erdogan gerade zum alleinigen Großherrscher auf, so Die Welt. Die Folgen bekomme die Türkei schon jetzt zu spüren. Am besten sehe man die internationale Ablehnung an der aktuellen Tourismus-Statistik: Im April 2016 kamen nach Welt-Angaben nur noch 1,75 Millionen Besucher ins Land – 28 Prozent weniger als noch vor einem Jahr und sogar ein Drittel weniger als im April 2014.

    Dabei habe vor allem die Ablehnung der Türkei als Reiseziel unter den Russen einen historischen Höhepunkt erreicht: Die Zahl der Besucher fiel von 150.000 auf etwa 31.000, ein Rückgang um 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Auch die Deutschen verursachten einen großen Einbruch: Die Zahl der Bundesbürger habe sich gegenüber dem Vorjahr um 135.000 verringert – im April 2016 seien nur noch 246.000 Deutschen in die Türkei gereist.

    Trotzdem könnte sich aus Sicht von Experten die Lage für den türkischen Tourismus noch verbessern: Hotels in Spanien, Griechenland und Portugal seien schon jetzt fast völlig ausgebucht, weshalb nicht ausgeschlossen sei, dass ein Teil der Touristen sich doch noch kurzfristig für die Türkei entscheiden werde.
    Die Türkei könne nun versuchen, so die Wochenzeitung, diesen Rückstand durch Touristen aus Georgien und der Ukraine auszugleichen. Doch das dürfte der Türkei nur schwer gelingen, da gerade Russen und Deutschen als besonders zahlungskräftig und ausgabenfreudig gelten.

    Die starke Abwesenheit der Russen liegt in dem Abschuss eines russischen Bombers durch einen türkischen Kampfjet über Syrien Ende November 2015 begründet. Die Türkei-Lust der Deutschen ist laut der Zeitung vor allem wegen der nach wie vor angespannten Sicherheitslage so gering.

    In der Türkei beginnt derweil eigentlich bald die Hochsaison. Die sinkende Zahl der Besucher sei für das Land daher umso schmerzhafter. Nach einigen Schätzungen werden im schlechtesten Fall 7,6 Millionen weniger Gäste in diesem Jahr ins Land kommen. Sogar wenn sich die optimistische Prognose verwirkliche und die Touristenzahl um lediglich 5,3 Millionen zurückgehe, werde das Land 6,2 Milliarden US-Dollar einbüßen.

    Dabei bleibe der Tourismus aber nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle. Zwar mache er nur sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, doch er versorge mehr als acht Prozent der Bürger mit Arbeitsplätzen und sei außerdem eine wichtige Devisenquelle für das Land. Die Türkei ist laut der Ratingagentur Moody's wegen ihrer Abhängigkeit von ausländischem Kapital verwundbar. Denn noch immer importiere das Land deutlich mehr, als es exportiert. Die Devisenreserven des Landes sind laut dem Blatt im vergangenen Jahr um knapp zwölf Milliarden Dollar geschmolzen.

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    Verluste, Tourismus, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Deutschland, Russland