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10:35 20 Oktober 2019
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    Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan

    Putins Sprecher klärt Erdogan über „ersten Schritt“ auf

    © AFP 2019 / Jacques Demarthon
    Politik
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    Auch sechs Monate nach dem Abschuss der Su-24 erwartet Russland von der Türkei eine Entschuldigung und eine Entschädigung. Damit antwortete Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan, der nach eigener Aussage nicht weiß, was er noch tun solle, um die ruinierten Beziehungen mit Moskau wieder herzustellen.

    Erdogan hatte am Dienstag geäußert, er möchte die Beziehungen zu Russland „so schnell wie nur möglich“ normalisieren, verstehe aber nicht, welchen „ersten Schritt“ Moskau von ihm erwarte.

    Peskow sagte darauf, er sähe sich zwar nicht berechtigt, dem Präsidenten eines anderen Landes zu raten, möchte jedoch daran erinnern, dass die russische Seite bereits mehrmals und auf verschiedensten Ebenen Erläuterungen dazu abgegeben habe.

    So habe „Präsident Wladimir Putin schon wenige Tage nach der Tötung unseres Piloten gesagt, dass Russland nach dieser aggressiven und verräterischen Aktion Entschuldigungen, Erklärungen und einen Schadenersatz für den abgeschossenen Jet und eine Entschädigung der Familie des getöteten Piloten erwarte“, so Peskow. Die türkische Seite habe bislang keinen Schritt in diese Richtung getan.

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara hatten sich dramatisch verschlechtert, seit die Türkei am 24. November 2015 an der syrischen Grenze einen russischen Bomber abgeschossen hatte. Der Kampfjet bombardierte Stellungen der Terrororganisation Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) in Syrien, als er von einer türkischen Rakete getroffen wurde und auf syrischem Gebiet abstürzte. Einer der beiden Piloten kam ums Leben. Der zweite konnte gerettet werden. Bei dem Rettungseinsatz wurde ein russischer Hubschrauber von Rebellen abgeschossen, ein Pilot wurde getötet.

    Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Jet-Abschuss als „Stoß in den Rücken durch Helfershelfer der Terroristen“ und forderte von der türkischen Regierung eine formelle Entschuldigung. Ankara lehnte dies ab und behauptete, der russische Jet sei in den türkischen Luftraum eingedrungen. Das russische Militär bestritt das.

    Als Reaktion verhängte Moskau einen Importstopp gegen türkische Waren, russische Reiseveranstalter strichen die Türkei aus ihrem Programm. Mit rund viereinhalb Millionen Urlaubern jährlich stellte Russland die meisten Türkei-Touristen nach Deutschland.

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    Tags:
    Dmitri Peskow, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Russland