07:33 20 Januar 2020
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    In der Türkei wird fast jeden Tag eine Gerichtsuntersuchung wegen angeblicher Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eingeleitet. Diesmal ist der bekannte türkische Theater- und Filmschauspieler Orhan Aydin in die Fänge der Justiz geraten, und zwar gleich zweimal.

    Aydin hat sich am Dienstag vor Gericht eingefunden, um Aussagen zur „Beleidigung von Ex-Premier Ahmet Davutoglu“ zu machen. Vor Ort stellte sich heraus, dass gegen Aydin ein weiteres Ermittlungsverfahren – wegen „der Verletzung der Ehre und Würde des türkischen Präsidenten R.T. Erdogan“ – eingeleitet worden war.

    Als Kolumnist des oppositionellen Informationsportals Sol Haber hat Aydin einen Kommentar zu der Situation gepostet. „Die Staatsanwaltschaft hat meine Artikel, die im letzten Jahr auf der Webseite Sol Haber erschienen waren, geprüft, einzelne Sätze und Passagen ausgewählt, die zu ihren Zielen passten, und eineGerichtsuntersuchung gegen mich eingeleitet“, so Aydin.

    Ihm zufolge hat er in seinen Beiträgen die Wörter „Faschist“ und „unausgeglichener Diktator“ verwendet und die Behörden beschuldigt, das Land ausgeplündert zu haben und „Feinde der Kunst und der Kunstschaffenden im 21. Jahrhundert zu sein“.

    Aydin versichert: „Wer denkt, dass wir schweigen werden, irrt sich sehr. Wir werden nie Wasser auf die Mühlen der repressiven Diktatur gießen.“

    Gegen den Schauspieler sind insgesamt elf Ermittlungsverfahren anhängig.

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    Tags:
    Ermittlungen, Türkei