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22:05 21 Oktober 2019
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    US-Soldaten im Kampf gegen IS in Rakka

    Wettlauf um Rakka: USA und Russland kurz vorm Zusammenprall?

    © AFP 2019 / Delil Souleiman
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    Ein weiteres Vordringen syrischer Truppen in die Provinz Rakka erhöhe die Gefahr eines erneuten Konflikts zwischen den USA und Russland, wie The Financial Times berichtet.

    Dank russischer Luftunterstützung setzten die syrischen Regierungstruppen ihre Offensive in Richtung Rakka fort. Die syrische Armee ist rund 65 Kilometer südwestlich der seit 2013 vom IS besetzten Stadt auf dem Vormarsch. Seit zwei Wochen rückt auch die US-unterstützte syrische Opposition vom Norden her an die umkämpfte Stadt heran.

    Das Vorrücken der Truppen vom Norden und Süden Rakkas könne dazu führen, dass „die Oppositionskräfte und die syrische Armee die besetzte Stadt zu gleicher Zeit stürmen, auch wenn die US-Behörden diese Möglichkeit bislang ausschließen“, heißt es in dem Artikel.

    Die Nahost-Korrespondentin des Wirtschaftsblatts, Rebecca Collard, meint, das Risiko gleichzeitiger Offensiven erschwere die ohnehin verfahrene Situation in Syrien und erhöhe die Anspannung in den diplomatischen Beziehungen Russlands und der USA. Ihr Kollege William Wallis teilt die Befürchtung: Die Zange, in der sich die IS-Kämpfer in Rakka sich befinden, berge ein strategisches Risiko.

    „Die wohl deutlichste Gefahr besteht darin, dass die US-Amerikaner, die die Oppositionskräfte unterstützen, und die Russen, die dem syrischen Präsidenten Baschar Assad den Rücken stärken, in diesem Wettlauf zu Rivalen werden könnten. Und das zu einer Zeit, in der beide Seiten mit politischen Konfliktlösungen den Frieden fördern müssen“, schreibt er in einem anderen Artikel.

    Mehr zum Thema: IS zerfällt vor aller Augen

    Einige westliche Vertreter sind indes überzeugt, dass die erfolgreiche Offensive syrischer Regierungstruppen zur Befreiung Rakkas die entscheidende Wende im gesamten Syrien-Konflikt bringen werde. Die Einnahme der IS-Hochburg würde den syrischen Präsidenten Baschar Assad in die Lage versetzen, klar zu machen, dass der IS ohne die Regierungstruppen nicht zu besiegen sei. Die westlichen Länder wären also gezwungen, die Macht des offiziellen Damaskus anzuerkennen.

    „Das syrische Regime und die Russen wollen über die Zukunft Rakkas mitverhandeln. Sie wollen mit ihren Kräften die USA zur Zusammenarbeit bewegen“, so Chris Cosack vom Washingtoner Institut für Kriegsforschung laut FT. 

    Momentan kämpft der IS an vier Fronten: im Norden und Südwesten der Provinz Rakka, nahe der Ortschaft Manbidsch an der Grenze zur Türkei, und bei Falludscha im Irak, das von Regierungstruppen und anderen Formationen umkämpft wird.

    Der Autor des FT-Artikels weist indes darauf hin, dass das erfolgreiche Vordringen der Regierungstruppen in der Provinz noch keine unweigerliche Niederlage des IS in Rakka bedeute. Die Terroristen hätten sich in der Stadt verschanzt und die zahlreichen Zivilisten würden die Möglichkeiten der Luftwaffe einschränken.

    Wie der Pentagon-Sprecher Peter Cook zuvor erklärte, haben die USA und Russland ihr Vorgehen hinsichtlich Rakkas bislang nicht abgestimmt.

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