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    Wahlrennen in USA: „Falke“ Clinton gegen „Businesman“ Trump - Experte

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    Nach dem Sieg von Hillary Clinton bei den Vorwahlen der Demokraten am Super Tuesday ist der Kampf um das Weiße Haus zwischen ihr und Donald Trump so gut wie sicher. Die größte Überraschung dabei sieht der Direktor des Österreichischen Instituts für Internationale Politik (OIIP), Prof. Dr. Heinz Gärtner, dabei, dass Trump in den Umfragen aufholt.

    US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump
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    „Im März schien es noch so, dass Clinton weit vor Trump liegen würde, das ist jetzt nicht eingetreten“, sagte er in einem Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke. „Die Umfragen sprechen jetzt doch eher von einem sehr engen Rennen. Man weiß allerdings nicht genau, wie zuverlässig diese Umfragen sind, aber es ist so, dass Trump sich eindrucksvoll in der Republikanischen Partei durchgesetzt hat. Clinton hat sich jetzt auch wie erwartet bei den Demokraten durchgesetzt. Es ist ihr aber doch schwerer gefallen als sie angenommen hat, weil Sanders doch bestimmte Wählerschichten angesprochen hat, die sich nicht so für Clinton interessiert haben."

    Nach Ansicht von Professor Gärtner wird Hillary Clinton wohl im Großen und Ganzen die Politik von Barack Obama fortsetzen. Dafür würde sie auch oftmals von ihren Gegnern kritisiert. Üblicherweise setzen sich neue Präsidentschaftskandidaten vom vorherigen Präsidenten ab.  Nicht so Hillary Clinton. Der Amerika-Experte erklärt auch den Grund dafür:

    „Ihre Beliebtheitswerte sind sehr gering und die Beliebtheitswerte von Obama sind in den letzten Wochen und Monaten gestiegen. Obama ist sehr viel beliebter geworden. Deswegen wird sich jetzt Obama wahrscheinlich in den Wahlkampf einbringen. Frühere Präsidenten haben das sehr gering getan."

    Höchstens in der Außenpolitik sieht Gärtner Unterschiede:

    "Außenpolitisch ist Clinton etwas härter als Obama selbst. Sie ist mehr ein Falke als Obama, deswegen kann man annehmen, dass bestimmte Republikaner — die aus dem neo-konservativen Bereich kommenden — jetzt eher Clinton denn Trump wählen würden."

    Auf Donald Trump bezogen erläutert der Herausgeber der Buchreihe „Internationale Sicherheit“, dass der republikanische Kandidat marktwirtschaftlich denkt, auch in internationalen Beziehungen:

    „Also diese persönlichen Äußerungen, wie er ist ein starker Führer, dass mag schon eine persönliche Anerkennung sein, hat aber bei internationalen Beziehungen für Trump nicht den ausschlaggebenden Wert“, äußerte der Experte. „Trump verhält sich gegenüber möglichen Gegnern der USA genauso wie gegenüber Freunden: Was können die mir geben, was bekomme ich zurück. Die NATO-Verbündeten in Europa sollen also mehr zahlen, sonst wird sich die USA zurückziehen. ‚Was kann mir Putin geben, damit die Sanktionen gelockert werden.‘ Das sind dann wahrscheinlich seine pragmatischen Gründe. Wenn er annimmt, dass Russland ihm nichts geben kann, dann wird er auch sagen ‚Ja gut, dann gibt es auch nichts von mir.‘ Er betrachtet jede internationale Beziehung wie einen Deal."

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