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01:01 23 September 2019
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    Britische Saufparty endet auf syrischer Russen-Basis - Interview mit einem Pranker

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    Fit für den ersten April: Dutzende Medien weltweit haben eine filmreife "Hangover"-Geschichte aufgegriffen, wonach drei Briten nach einer Party auf Zypern versehentlich in Syrien gestrandet sein sollen. In einem Exklusivinterview für Sputniknews erzählt einer der Jungs, weshalb er so viele Journalisten auf den Arm genommen hat.

    Medien werden ja oft zu Prank-Opfern. Allerdings ist es das erste Mal, dass so viele renommierte Zeitungen darauf reinfallen sind — offenbar liegt es an dem bei Journalisten so heißbegehrten Syrien-Thema.

    So hatten heute Mirror, Daily Mail, Telegraph, Express, Al-Arabiya und dutzende anderer Medien darüber berichtet,  dass drei britische Club-Animateure nach einer Partynacht eine Delfintour unternehmen wollten, sich allerdings in das falsche Boot setzten und nach einiger Zeit im kriegszerrütteten Syrien, und zwar in der Hafenstadt Tartus strandeten.

    Die jungen Männer schilderten ihr Abenteuer mit Selfies
    © Foto : Facebook
    Die jungen Männer schilderten ihr Abenteuer mit Selfies

    Danach seien sie angeblich auf eine russische Marinebasis in Sicherheit gebracht worden, wo sie sogar etwas zu trinken und zu essen bekommen hätten und von wo aus sie zurück nach Zypern gebracht worden seien. Später hat sich einigen Berichten zufolge sogar das britische Außenministerium eingeschaltet.

    “Wir hatten Langeweile und wollten pranken. Also haben wir uns gedacht, dass unsere nächsten Opfer die britischen Medien werden sollten, weil sie den ganzen Kram, den sie schreiben, ohne Überprüfung der Fakten veröffentlichen. Wir haben die ganze Geschichte einfach ausgedacht“, erzählt einer der Pranker, Lewis Ellis, „Sie wollten diese Geschichte, also haben sie die auch bekommen“. 

    “Sie haben nicht einmal gezweifelt… Ich habe gedacht, dass die ganze Geschichte so unglaublich erscheint, dass niemand ihr Glauben schenken wird. Es war so ein offensichtlicher, blanker Prank, dass wir sehr erstaunt waren, als sie es uns abkauften“, erzählt der zweite Brite, Alex McCormick.

    Sie hätten nie erwartet, dass die ganze Geschichte so schnell viral werde.

    „Eigentlich sollten Menschen sich für solche Geschichten gar nicht erst interessieren. Sie sollten sich dafür interessieren, was tatsächlich in der Welt los ist, und nicht für drei Jungs, die herumerzählen, dass sie getrunken hätten und dann plötzlich in Syrien gestrandet seien“, so McCormick.

    Er habe es satt, sich in den Medien den ganzen Blödsinn rund um die Kardashians und die Seifenoper 'The Only Way is Essex' anzuhören.

    „Die Leute sollten von ihrem eigenen Leben besessen sein.  Die ganze westliche Welt ist von der nächsten neuen Sache besessen. Das ist alles Konsumerismus und Nachgiebigkeit für seine eigenen Schwächen, und das wird uns nicht weiterhelfen“, fügte er hinzu.

     

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    Tags:
    Party, Junggesellenabschied, Marinebasis, Al-Arabiya, Express, The Telegraph, Daily Mail, Mirror, Syrien, Tartus, Russland, Großbritannien