15:05 18 April 2019
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    Gay-Parade in Kiew: Unterwäsche und Laufschuhe Pflicht - Menschenjagd angedroht

    © AFP 2019 / GENYA SAVILOV
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    Nachdem ukrainische Nationalisten eine „Safari“ angesagt haben: Die Veranstalter der Kiewer Gay-Parade bitten alle Teilnehmer darum, Unterwäsche und Laufschuhe zu tragen. Außerdem sollen Schwule und Lesben in großen Gruppen nach Hause gehen – der Sicherheit halber.

    Kiewer Polizisten hatten zuvor dazu aufgerufen, die „verbrecherischen Befehle“ der Stadtbehörden zu verweigern und sich den „ukrainischen Patrioten“ bei deren angekündigtem Angriff auf die Schwulen-Parade nicht in den Weg zu stellen.

    Deswegen hätten die Organisatoren des  LGBT-Marsches speziell ein Merkblatt mit Verhaltensregeln veröffentlicht, das den Teilnehmern aus „gefährlichen Situationen vor und nach der Demo“ helfen soll, berichtet die ukrainische Zeitung „Westi“.

    So seien bei der diesjährigen Parade Parolen und  T-Shirts mit Aufschriften unerwünscht. Den Teilnehmern werde empfohlen, Kleidung aus nichtsynthetischen Stoffen, die den ganzen Körper bedeckt, zu tragen. So sollten Brand- und Schleifwunden und der Kontakt mit Tränengas vermieden werden. Es empfiehlt sich auch sportliche Laufschuhe  zu tragen.

    Unter der Straßenkleidung sollte unbedingt Unterwäsche angezogen werden – für den Fall, wenn die Teilnehmer sich geplant ausziehen oder die Sachen beschädigt werden.

    Zudem sollte jeder ein Erste-Hilfe-Kit mit Pflastern, Bandagen, Tüchern und antiseptischen Mitteln dabei haben.

    „Die Veranstalter und Freiwilligen bemühen sich maximal, dass der Marsch friedlich und ohne Provokationen abläuft. Es liegt aber in eurer Verantwortung für eure eigene Sicherheit selbstständig zu sorgen. Wir bitten darum, unsere Ratschläge aufmerksam zu lesen“, heißt es in dem Flugblatt.

    Nach dem Marsch sollen die Teilnehmer in großen Gruppen nach Hause gehen, da ukrainische Rechtradikale eine „Safari“ angekündigt hätten.

    Demonstration für Unterstützung der Rechte der sexueller Minderheiten
    © Sputnik / Anatoly Medwed
    Vor einigen Tagen hatte der Sprecher des nationalistischen Rechten Sektors Artem Skoropadski ein „Blutbad“ angedroht, falls die Stadtbehörden die für den 12. Juni geplante Gay-Parade nicht absagen sollten. Im vergangenen Jahr war sie trotz mehrerer ähnlicher Drohungen aus der rechtsextremen Szene abgehalten worden –bis zu dem Zeitpunkt, als es zu massiven Ausschreitungen zwischen Parade-Gegnern und der Polizei kam.

    Die Münchner Delegation des Pride-Marsches hatte angekündigt, an der diesjährigen Parade teilzunehmen. Die Delegation werde von der Stadträtin Lydia Dietrich (Bündnis 90/Die Grünen) angeführt.

     

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    Tags:
    Homosexualität, Neofaschismus, Schwule, Lesben, Gay-Parade, Rechter Sektor, LGBT, Gay-Pride, Kiew, Ukraine