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01:37 18 Juli 2019
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    United Nations Secretary-General Ban Ki-Moon

    „Liste der Schande“ wieder ohne Riad: Ban Ki-moon räumt Erpressung ein

    © AP Photo / Gary Cameron
    Politik
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    UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat Saudi-Arabien wieder von der sogenannten „Liste der Schande“ genommen, wo Staaten wegen Verbrechen an Kindern aufgezählt werden. Zuvor wurden Drohungen laut, dass Riad weiter keine UN-Programme mehr finanzieren würde.

    Der UN-Generalsekretär räumte Druck und Erpressung auf die Vereinten Nationen ein und kritisierte dies deutlich:  „Es ist nicht akzeptabel für UN-Mitgliedsstaaten übertriebenen Druck auszuüben.“ Und obwohl Ban Ki-moon die Quelle der Drohungen nicht direkt nannte, seien diese Medienberichten zufolge von der Regierung in Riad ausgegangen. 

    „Der Bericht beschreibt Gräuel, kein Kind erleben darf“, so Ban bei der Pressekonferenz. „Gleichzeitig muss ich aber die reale Möglichkeit dessen berücksichtigen, dass Millionen andere Kinder diesen Gräuel  ausgesetzt werden, wenn – wie man mir sagte – bestimmte Länder einige UN-Programme nicht mehr finanzieren würden“. Seine Entscheidung hat Ban Ki-moon als eine der „mühsamsten und kompliziertesten“ genannt, die er je treffen musste.

    Am selben Tag hat der UN-Botschafter Saudi-Arabiens bei seiner eigenen Pressekonferenz die Beschuldigung zurückgewiesen. Riad drohe nicht, das sei nicht sein Stil.

    Saudi-Arabien ist einer der größten UN-Geldgeber aus dem Mittleren Osten. Es gibt hunderte Millionen US-Dollar für UN-Ernährungsprogramme in Syrien und dem Irak. Generalsekretär Ban Ki-moon hatte die von Saudi-Arabien angeführte Koalition im Jemen auf die schwarze Liste der UN gesetzt, welche jährlich Länder, Armeen und Terrorgruppen sammelt, die Kinder verletzen, töten oder als Soldaten rekrutieren. Die Koalition trage die Verantwortung für den Tod von 510 Kindern und damit 60 Prozent aller im Laufe des Jemen-Konfliktes getöteten Minderjährigen. Weiteren 667 Kinder sei durch Saudi-Arabiens Koalition Schaden zugefügt worden.

    Im Jemen dauert der Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und Anhängern von Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh auf der einen und den Truppen des geflüchteten Staatschefs Abed Rabbo Mansur Hadi, die von Saudi-Arabien am Boden und in der Luft unterstützt werden, auf der anderen Seite an. Die Luftwaffe der saudisch geführten Koalition fliegt seit dem 26. März Luftangriffe  in den Gebieten, die von Rebellen kontrolliert werden. Nach einigen Einschätzungen beträgt die Stärke der Bodentruppen, die zur Unterstützung von Hadi geschickt worden sind, mehr als 10.000 Soldaten.

    Außerdem versuchen verschiedene islamistische Gruppierungen wie die Terrormiliz al-Qaida und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) einige Gebiete im Süden des Jemen unter ihre Kontrolle zu bringen. Den Regierungstruppen stehen unter anderem die Kämpfer der sogenannten „Südlichen Bewegung" gegenüber, die seit 2007 für die Unabhängigkeit der südlichen Provinzen auftreten.

    Das Uno-Kinderhilfswerk (Unicef) hat erst kürzlich gemahnt, dass im Jemen zehn Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen seien: 320.000 Kinder seien von schwerer, akuter Mangelernährung bedroht. Von den für 2016 benötigten Hilfsgeldern für den Jemen hat Unicef nach eigenen Angaben erst 18 Prozent erhalten.

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    Tags:
    Erpressung, Uno, Ban Ki-moon, Jemen, Riad, Saudi-Arabien