02:59 16 November 2019
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    Rivalität mit China: „Die USA verstehen es nicht, gleichberechtigt zu verhandeln“

    © AFP 2019 / Jewel Samad
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    Gebietsstreit zwischen China und Japan (69)
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    Während die USA China „zähmen“ wollen, hat Russland ganz andere Ziele in Südostasien. Das geht aus einem Kommentar in Bezug auf die dortigen Gebietsstreite hervor.

    Im Hinblick auf die aktuellen Gebietsstreite um die Inselgruppen Spratly und Senkaku/Diaoyu sowie um die Paracel-Inseln schreibt die russische Onlinezeitung vz.ru in einem Kommentar: „Alle erwähnten Inseln und der Archipel liegen über potenziellen Rohstoff-Vorkommen. Eben darauf geht die Tatsache zurück, dass viele Staaten diese an sich kaum wertvollen Flecken Land beanspruchen.“

    „Es kann keine einfache Lösung für diese Fragen geben. Wenn man den militärischen Weg ausklammert, wären jahrelange Studien nötig. Ein von allen Seiten anerkanntes Schiedsgericht sollte dafür zuständig sein“, so der Kommentar.

    „Anstatt die Gründung eines solchen Gerichts zu initiieren oder zumindest zu unterstützen, lösen die USA in der Region ihre eigene Aufgabe zur ‚Zähmung‘ Chinas. Da die chinesische Wirtschaft inzwischen die US-amerikanische eingeholt hat, wird Peking von Washington als Hauptkonkurrent betrachtet. Bei allen Gebietsstreiten Chinas mit dessen Nachbarländern betreiben die Amerikaner deshalb eine äußerst simple Taktik, indem sie Chinas Rivalen unterstützen“, schreibt die Onlinezeitung.

    Es sei aber für die Stabilität weltweit gefährlich, wenn man mit der „atlantischen Schwarz-Weiß-Weltanschauung“ versuche, politische Fragen in der Region zu klären: „Die von Washington regelmäßig geäußerten Besorgnisse über Russlands Wideraufleben oder über Chinas Aufstieg zeugen nicht davon, dass Moskau oder Peking die Sicherheit der USA wirklich gefährden. Das Problem besteht darin, dass die US-Amerikaner – ebenso wie Vertreter vieler europäischer Länder – es einfach nicht verstehen, Verhandlungen vom Standpunkt der Gleichberechtigung der Seiten aus zu führen. Jeder Gebietsstreit, wenn er nicht militärisch gelöst wird, setzt jedoch voraus, dass alle Teilnehmer gleichermaßen respektiert werden müssen.“

    Wegen des plumpen Vorgehens der USA und der EU seien der Nahe Osten und Nordafrika bereits zu permanenten Konfliktregionen geworden. Wende man nun die gleichen Methoden in Südostasien an, werde es auch dort zu einer Eskalation kommen, hieß es.

    „Russlands und Amerikas Ziele in dieser Region sind diametral entgegengesetzt. Russland braucht niemanden zu zähmen. Seine Aufgabe ist eine gegenseitig nutzbringende Kooperation sowohl mit China als auch mit Japan, Vietnam, den beiden Koreas und mit allen weiteren Staaten im Asien-Pazifik-Raum. Dabei hat Russland auch ein ungelöstes territoriales Problem mit Japan. Ein ähnlicher Streit mit China wurde beiderseitig vorteilhaft geregelt – trotz eines bewaffneten Konflikts vor 47 Jahren“, schreibt die Onlinezeitung weiter.

    „Gerade Russland könnte deshalb die Gründung eines internationalen Schiedsgerichts zur Regelung regionaler Gebietsstreite initiieren. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass die USA dann noch aktiver Vorwürfe der ‚Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten‘ gegen Russland erheben werden“, heißt es abschließend in dem Kommentar.

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    Senkaku-Inseln, Paracel-Inseln, Spratly-Inseln, USA, Russland, China