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09:01 19 Oktober 2019
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    Nato-Übung in Litauen Saber Strike 16

    Puschkow erläutert Zweck der Erklärung über „Eroberung des Baltikums in 60 Stunden“

    © Flickr/ U.S. Army Europe/Edvinas Urbonas
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    Hinter der Warnung aus dem Pentagon, Russland könne das Baltikum binnen 60 Stunden besetzen, sieht Alexej Puschkow, der Chef des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma, den Wunsch der USA, die Stationierung von weiteren amerikanischen Truppen in der Region durchzusetzen.

    „Dieser vom Pentagon abgelassene Stuss verfolgt nur das ein Ziel, US-Truppen im Baltikum zu stationieren“, schrieb der Politiker am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter.

    Zuvor hatte Pentagon-Berater Michael Carpenter im US-Senat erklärt, dass Russland der Nato noch immer militärisch überlegen sei. Laut einem im Februar veröffentlichten Bericht der US-Denkfabrik RAND würde Russland im Notfall „höchstens 60 Stunden brauchen, um bei einer Intervention die Hauptstädte Lettlands und Estlands zu besetzen“. Aus dem Papier ging ferner hervor, dass eine Stationierung von sieben Armeebrigaden mit Panzern, Artillerie und Flugzeugen die Situation ändern könnte.

    In einer Stellungnahme zu dem Bericht sagte ein ranghoher Vertreter des russischen Generalstabs gegenüber der Zeitung KP: „Sie scheinen ernsthafte Jungs zu sein, produzieren aber solchen Stuss. Wozu braucht Russland das Baltikum? Zu welchem strategischen Ziel? Etwa um Sprotten zu erbeuten? Oder, wie zur Sowjetzeit, um den Balten Betriebe zu bauen, die sie nach dem Beitritt zur EU und zur Nato stillgelegt und zerstört haben?“

    USS Donald Cook
    © Foto : US Navy / Jeffrey M. Richardson

    Der Militär, der anonym bleiben wollte, sagte ferner, dass „diese RAND-Provokateure uns mit ihren kalkulierten 60 Stunden sogar beleidigen: Die russische Armee würde diese theoretische Aufgabe binnen einer Stunde meistern.“

    Zuvor hatte bereits Außenminister Sergej Lawrow geäußert, die Nato wisse wohl, dass Russland „niemals irgendeinen Mitgliedsstaat des Atlantischen Bündnisses angreifen würde“. „Ich denke, dass die Nato sich dessen bewusst ist, aber einfach die Gelegenheit nutzt, mehr Militärtechnik und Bataillone zu verlegen — als Garantie dafür, dass die USA auch weiter diese Region beaufsichtigen dürfen.“ 

    "Beispiellose" Aufrüstung

    Nach Beginn der Ukraine-Krise hat die Nato bereits neue Militärstützpunkte gebaut und ihre Truppen in Osteuropa verstärkt. Generalsekretär Jens Stoltenberg berichtete dem US-Präsidenten Barack Obama, die Nato sei stark wie noch nie seit dem Kalten Krieg. Im Herbst 2014 hielt die Nato mit „Trident Juncture" die größte Militärübung seit dem Kalten Krieg ab — nach eigenen Angaben um Russland zu warnen. Russland spricht von einer „beispiellosen Erhöhung der Aktivitäten der Nato vor seinen Grenzen“.

    Laut Beobachtern sind die Nato-Übungen, die in diesen Tagen im Ostseeraum stattfinden, die größten seit dem Zweiten Weltkrieg. Allein an dem Großmanöver „Anaconda 2016” in Polen nehmen mehr als 30.000 Soldaten aus 24 Ländern teil, darunter auch Bundeswehrpioniere. Bei ihrem Gipfel im Juli wird die Nato über die Stationierung von weiteren Bataillonen im Baltikum und in Polen entscheiden.

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    Tags:
    Pentagon, Alexej Puschkow, Baltikum, USA, Russland