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    Russlands Alternativen zu Militärbasen im Ausland: „Asymmetrisch und billig“

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    Braucht Russland neue Militärstützpunkte im Ausland, um auf Aktivitäten der USA und der Nato zu reagieren? Russische Experten sehen auch andere Optionen, die ermöglichen sollen, immense Militärausgaben – und damit auch Fehler aus dem Kalten Krieg – zu vermeiden.

    Der russische Militärexperte Viktor Litowkin sagte dem TV-Sender Swesda, es stehe nicht fest, ob etwa die Regierung in Havanna angesichts ihrer verbesserten Beziehungen  mit den USA bereit wäre, einen russischen Stützpunkt zu genehmigen. Russland brauche allerdings nicht unbedingt eine Militärbasis, um in der Region präsent zu sein.

    „Bei Bedarf lassen sich solche Fragen anders lösen. Man könnte russischen Langstreckenbombern beispielsweise Zwischenlandung und Nachtankung auf Kuba erlauben“, so Litowkin hypothetisch. Im Herbst 2013 waren zwei russische Tu-160-Bomber nach einem Flug über den Atlantik in Venezuela gelandet. 

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    Der Sender kommentierte: „Praktisch allen Militärexperten zufolge streben die Vereinigten Staaten keine offene Konfrontation mit Russland an, sondern dessen allmähliche Involvierung in ein Wettrüsten, das höhere Ausgaben für die Armee  voraussetzt. Zu dieser Methode hatten die Amerikaner bereits gegriffen. Der berüchtigte Kalte Krieg wurde nicht etwa mit dem Ziel geführt, einen Nuklearschlag schließlich zu versetzen, sondern zielte eher darauf ab, die Sowjetunion durch kolossale Militärausgaben zu schwächen.“

    Der Militärexperte Viktor Murachowski meinte, Russland habe jene Erfahrungen berücksichtigt und werde nun anders vorgehen als damals die Sowjetunion: „Man braucht auf die Aktivitäten der USA nicht direkt zu reagieren. Alle gegenwärtigen Antworten sollen asymmetrisch und billig sein.“

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    Der Militärexperte Alexej Leonkow betrachtet gemeinsame Marineübungen von BRICS-Ländern als mögliche Option: „In gewisser Hinsicht macht die BRICS-Gruppe inzwischen eine Alternative zur Nato und den USA aus. Als nächster Schritt wären nun gemeinsame BRICS-Manöver mit Flugzeugträgern durchaus logisch.“

    Der Sender wies auch darauf hin, dass die Nato eine Flotte für das Schwarze Meer erwägt: „Falls die entsprechende Entscheidung fällt, können neben rumänischen, türkischen und bulgarischen auch US-amerikanische Kriegsschiffe Berichten zufolge im Schwarzen Meer ständig stationiert werden.“

    Litowkin reagierte allerdings gelassen: „Man darf nicht vergessen: Sobald ein Kriegsschiff ins Schwarze Meer kommt, rückt es sofort ins Visier der zuständigen Kontrollmittel. Russland hat Krim-stationierte Raketen zur Küstenverteidigung sowie weitere Raketensysteme, mit denen Ziele überall im Schwarzen Meer getroffen werden können.“

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    Tags:
    Tu-160, NATO, BRICS, Viktor Murachowski, Alexej Leonkow, Viktor Litowkin, USA, Schwarzes Meer, Russland