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00:18 17 Oktober 2019
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    Das Märchen von russischen U-Booten in Schweden – Deutscher TV-Autor verlangt Klärung

    © Sputnik / Igor Tschuprin
    Politik
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    Ein Aufschrei ist Im Oktober 2014 und Januar 2015 durch die Welt gegangen: Russische U-Boote sind in schwedischen Gewässern gesichtet worden. Nun räumte Schwedens Verteidigungsminister in einem Radiointerview ein, dass es sich um ein schwedisches und ein deutsches U-Boot handelte.

    Dirk Pohlmann, Drehbuchautor und Filmregisseur hat bereits zu hunderten schwedischen U-Boot- Vorfällen in den Achtziger Jahren recherchiert, die er in seiner preisgekrönten arte/ZDF- Doku "Täuschung — Die Methode Reagan" analysiert.  Bei einer erneuten Recherchereise nach Schweden stieß er nun auf eine frappierende Wiederholung der Geschichte. Wie schon zu Zeiten des Kalten Krieges dienen U-Boote wieder dazu, eine Bedrohung aus dem Osten zu inszenieren. Im Interview mit sputnik meint der Autor:

    „Die Geschichte wiederholt sich. In den 80er Jahren konnte kein Beweis für sowjetische U-Boote in schwedischen Gewässern erbracht werden. Und in den letzten zwei Jahren sind wieder U-Boote diesmal angeblich vom bösen Putin in schwedische Gewässer geschickt worden. Letzten Endes soll das wohl dazu führen, dass das neutrale Schweden NATO-Mitglied wird. Beim letzten NATO-Manöver "Anakonda" in Polen haben ja auch schon die Nicht-NATO-Mitglieder Schweden, Finnland, die Ukraine und Georgien teilgenommen. So sucht man Begründungen für NATO-Reaktion auf die Aggressivität Russlands. So auch bei diesen U-Booten.“ 

    Mehr zum Thema: Beziehungen Russlands mit den Nato-Staaten

    In den beiden aktuellen Fällen 2014 und 2015 hatte die schwedische Marine zunächst korrekt "fremde U-Boote" geortet. Diese Meldung ist allerdings von den schwedischen Journalisten und danach weltweit, flankiert von sogenannten Militär-Experten, sofort umgewandelt worden in die Behauptung, dass es sich um russische U-Boote handelte.

    Nun hat der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist in einem Interview des schwedischen öffentlich-rechtlichen Radios. 

    erklärt, dass ihm seit September 2015 bekannt ist, dass es sich bei dem ersten U-Boot um ein schwedisches U-Boot handelte. Bei dem zweiten U-Boot handelte es sich mit 95prozentiger Wahrscheinlichkeit um ein deutsches U-Boot. Diese Informationen unterlagen bisher der Geheimhaltung.

    In Schweden wurde bisher wenig darüber berichtet. In deutschen und internationalen Medien gab es auch bisher keine Richtigstellung. Gerade Deutschland sollte Interesse daran haben, zu hinterfragen, warum ein deutsches U-Boot in schwedischen Gewässern unterwegs war. Es sei denn, diese Aktion war mit der schwedischen Marine abgestimmt.

    Dirk Pohlmann fordert Aufklärung und hat deshalb folgende Anfrage an das deutsche Verteidigungsministerium geschickt:

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    Tags:
    NATO, Schweden, Deutschland, Russland